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Stromnetze: Gebührenbefreiung von Großunternehmen droht Privathaushalte weiter zu belasten

Kategorie: Strom

Als die Bundesregierung im August diesen Jahres eine neue Stromnetzentgeltverordnung verabschiedete, ist ein wichtiger Punkt kaum wahrgenommen worden: Große Unternehmen, die besonders viel Strom verbrauchen, sollen in Zukunft aus Gründen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit fast komplett von den Netzentgelten befreit werden. Wie nun aus einer Anfrage einer Bundestagsabgeordneten bekannt wurde, haben bis zum 2. Dezember bereits 159 Unternehmen die Befreiung von den Netzgebühren beantragt. Die Kosten, die durch die Befreiung entstehen, könnte nun Privathaushalte weiter belasten, die sich auf steigende Stromkosten einstellen müssen. Stromnetze: Gebührenbefreiung von Großunternehmen droht Privathaushalte weiter zu belasten

Netzgebühren: Die Kosten der Großen müssen in Zukunft die Kleinen bezahlen

Dass gerade diejenigen Unternehmen nichts mehr für die Benutzung der Stromnetze bezahlen müssen, die diese am stärksten nutzen, wird von Verbraucherdschützern kritisiert, da die Zeche für ein Stromnetz, das alle nutzen, nun nicht mehr alle gemeinsam bezahlen müssen. Mit den Netzentgeltgebühren wird das Stromnetz gewartet und ausgebaut, die Gebühren können demnach mit der Maut auf Autobahnen verglichen werden. Die Kosten für die Netzsanierung werden zukünftig durch höhere Strompreise von kleinen- und durchschnittlichen Verbrauchern getragen, sollten noch mehr Großunternehmen von den Gebühren befreit werden. Industrieverbände haben geschätzt, dass die Befreiung der Netzgebühren lediglich 20 Unternehmen betreffen würde. Da nun bereits schon 159 Unternehmen eine Befreiung beantragt haben, wird der Industrie vorgeworfen, die Politik mit falschen Angaben manipulieren zu wollen. Bereits von der Öko-Umlage, mit deren Mechanismus der Ausbau von erneuerbaren Energien gefördert wird, werden immer mehr große Unternehmen befreit. Für diese Umlage zahlen Haushalte bereits zwischen 100 und 150 Euro im Jahr. Durch die Befreiung von energieintensiven Unternehmen von den Netzentgelten könnten die Energiekosten für Haushalte um weitere 35 Euro pro Jahr steigen. Experten und Branchenkenner raten daher dazu Strompreise zu vergleichen, da mit einem Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter die Energiekosten gesenkt werden können. Bild: Strommast bei Nacht von -5m, CC BY-SA 2.0 - bearbeitet von Tarifo.de.