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Fracking bedroht laut Saudi-Prinz Königreich Saudi-Arabien

Kategorie: Gas

Alwaleed bin Talal, Saudi-Prinz und Geschäftsmann mit einem geschätzten Vermögen von 20 Milliarden Dollar, sieht in der vermehrten Gas-Förderung mithilfe der Fracking-Technologie eine Bedrohung für sein Heimatland Saudi-Arabien. Das Königreich ist von Ölverkäufen abhängig. Da insbesondere die USA durch den vermehrten Einsatz von Fracking weniger Öl importieren werden, wird der Öl-Export der OPEC-Staaten laut Alwaleed bin Talal kontinuierlich fallen. Fracking bedroht laut Saudi-Prinz Königreich Saudi-Arabien Book about alWaleed bin Talal

Prinz warnt Öl-Minister via Twitter vor Fracking

In der aktuellen Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt steht Alwaleed bin Talal auf Platz 26, vor Unternehmern wie George Soros (Hedge-Fonds, Platz 30), Theo Albrecht Junior (Aldi-Nord, Platz 31) oder Mark Zuckerberg (Facebook, Platz 66). Dass der Saudi-Prinz sich nicht nur mit Geld verdienen auskennt, sondern auch mit den Neuen Medien vertraut ist, ist an der Verbreitung seiner Warnung ersichtlich: Alwaleed bin Talal sendete einen offenen Brief via Twitter an den Öl-Minister und anderer Regierungsmitglieder Saudi-Arabiens, in denen er vor den Folgen von Fracking für sein Land warnt. Seine Befürchtung: Wenn mehr Staaten Öl und Gas durch den Einsatz von Fracking selbst fördern, anstatt fossile Energieträger zu importieren, dann werden OPEC-Staaten weniger Öl exportieren, was die Staatshaushalte dieser Länder stark belaste. Alwaleed bin Talal sei, wie viele andere saudische Geschäftsmänner, eigentlich ziemlich verschwiegen, weshalb dem Nachrichtesender SkyNews zufolge die Warnung des Prinzen eine zunehmende Sorge der saudischen Bevölkerung vor Fracking und der damit verbundenen vermehrten Schiefergas- und Schieferöl-Förderung in anderen Ländern, insbesondere in den USA, reflektiere. Erst im Mai 2013 sagte der saudische Ölminister Ali al Naimi, er mache sich keine Sorgen bezüglich der steigenden amerikanischen Öl- und Gasförderung. Dieser Einschätzung widerspricht der Prinz in seinem offenen Brief. 92 Prozent des diesjährigen Haushaltsvolumens Saudi-Arabiens hängen laut Alwaleed bin Talal, einem Neffen des saudischen Königs Abdullah, an der Ölindustrie und dem Ölexport. Der Geschäftsmann sieht es deshalb als dringend erforderlich an, die Staatseinnahmen zu diversifizieren. Dies müsse sofort geschehen, so der Prinz, der es für erforderlich hält, dass sein Land in die Nukleartechnik und in die Photovoltaik investiert. Alwaleed bin Talal geht nicht davon aus, dass Saudi-Arabien wie beabsichtigt 15 Millionen Barrel Öl am Tag produzieren kann, da dieses Menge aufgrund des Schiefergas- und Schieferöl-Booms nicht auf dem Weltmarkt benötigt werde. Aktuell produziert Saudi-Arabien 12,5 Millionen Barrel Öl am Tag.

EU-Energiekommissar vertraut beim Fracking auf Ingenieurland Deutschland

In den USA ist die einheimische Öl- und Gasproduktion durch den vermehrten Einsatz von Fracking in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert worden. In Europa wird die Technologie derzeit nicht wirtschaftlich angewandt, da unter anderem Umwelt- und Trinkwasserverunreinigungen befürchtet werden. Diese werden von Experten in Gebieten mit einer hohen Bevölkerungsdichte für wahrscheinlicher gehalten als in dünn besiedelten Gebieten wie z.B. Texas. Ob die Fracking-Technologie ohne Belastungen für Mensch und Umwelt eingesetzt werden kann, ist umstritten. Bürgerinitiativen und Politiker fordern deshalb ein generelles Verbot der Fördertechnik. EU-Energiekommissar Günther Oettinger hält es hingegen für falsch, sich "von Emotionen geleitet" gegen den Einsatz von Fracking zu entscheiden. Oettinger sagte der Rheinischen Post, er vertraue darauf, dass die Gefahren von Fracking in "einem Ingenieurland wie Deutschland" beherrschbar seien. In Deutschland liegt eine gesetzliche Regelung zum Thema Fracking vor der Bundestagswahl auf Eis. Frankreichs Präsident Francois Hollande hat sich klar gegen den Einsatz von Fracking ausgesprochen. Großbritannien plant hingegen, die umstrittene Fördertechnik stark zu fördern: Finanzminister George Osborne kündigte am 19. Juli 2013 an, die britische Regierung beabsichtige „das großzügigste Steuerregime der Welt“ für die Förderung von Schiefergas zu schaffen. Bild: Book about alWaleed bin Talal von forzaq8, CC BY - bearbeitet von Tarifo.de