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AKW Krümmel: Greenpeace geht in die Offensive

Kategorie: Strom

Kiel - Am 26.8.2009 wird wie berichtet der Umweltausschuss des Bundestags in einer Sondersitzung zu AKW-Betreiber und Stromanbieter Vattenfall zusammenkommen. Dabei soll es um die Zukunft von Atomkraftwerk Krümmel gehen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will dagegen nicht länger warten und beantragte bereits heute bei der Atomaufsicht Schleswig-Holstein für das AKW Krümmel den Widerruf der Betriebsgenehmigung. Das Vorgehen wird mit der Vertretung von Gesundheits- und Eigentums-Interessen der Anwohner begründet.



Greenpeace ist unter anderem dafür bekannt, mit spektakulären Aktionen ein deutliches Zeichen im Sinne des Umweltschutzes zu setzen. Doch da Betreiber Vattenfall in Sachen Pannenreaktor Krümmel schon hinreichend für Aufregung sorgt, wählt die Umweltschutz-Organisation nun den Verwaltungsweg. Weil der Organisation zufolge Stromanbieter Vattenfall bis heute nicht die Probleme von Krümmel in den Griff bekommen habe, will man von der Möglichkeit des Atomgesetzes (auch: Gesetz über die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre Gefahren) gebrauch machen, dass einen „Widerruf der Betriebsgenehmigung wegen erwiesener Unzuverlässigkeit des Betreibers ermöglicht“. Dies meldet die Nichtregierungsorganisation auf der eigenen Website. Mathias Edler, Atomexperte bei Greenpeace, erklärt: „Schleswig-Holsteins Atomaufsicht handelt fahrlässig, wenn sie Vattenfall nicht die Betriebsgenehmigung entzieht.“ Im Falle einer Verschleppung oder Ablehnung des Antrags ist Greenpeace gewillt beim Verwaltungsgericht in Schleswig Klage zu erheben.



CDU-Abgeordeneter Christian von Boetticher, Vorsitzender der Atomaufsicht des Bundeslandes, hatte am vergangenen Freitag gegenüber der Umweltschutzorganisation erklärt, dass sich die Überprüfungen der Pannen noch etwas hinziehen werde. Doch damit mag sich Greenpeace nicht zufrieden geben. Man vermutet dort, dass die CDU hinsichtlich der anstehenden Bundestagswahlen das Thema möglichst verzögern möchte. Doch die angemahnten Probleme hinsichtlich des mangelnden Schutzes vor terroristischen Anschlägen bleiben, ebenso wie die Angst der Bewohner rund um den Reaktor bei Geesthacht vor weiteren oder schwereren Störfällen, bestehen.



Nach einer fast zwei Jahre dauernden Phase der Stillegung war Krümmel kurz nach der erneuten Inbetriebnahme wegen eines Kurzschlusses am 4. Juli wieder abgeschaltet worden.