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Stadtwerke unter Druck – alternative Gasanbieter sind oft günstiger

Kategorie: Gas

Berlin – Nach der Liberalisierung der Energiemärkte tummeln sich inzwischen fast 800 Gasanbieter auf dem deutschen Gasmarkt. Die Gaspreise der kommunalen Grundversorger sind oftmals höher als die der alternativen Gasversorger. Zusätzlich lässt die Regulierung der Netzentgelte die Gewinne vieler Stadtwerke schrumpfen. Tarifo.de informiert über die Folgen für die kommunalen Versorger. Gasanbieter wechseln immer mehr Die Liberalisierung der Energiemärkte hat einiges in Bewegung gebracht. Dass man den Stromanbieter frei wählen kann ist inzwischen den meisten bekannt. Den Gasanbieter wechseln hingegen nach wie vor vergleichsweise wenige Verbraucher. Dies liegt vor allem daran, dass der Gasanbieterwechsel de facto erst seit dem Jahr 2006 möglich ist. Langsam nimmt der zunehmende Wettbewerb aber Fahrt auf. Je mehr Gastarife verfügbar werden, desto stärker wachsen auch die Preisunterschiede. Von dem zunehmenden Wettbewerb können die Gasverbraucher profitieren, indem sie ihren Gasanbieter wechseln und so ihre Energiekosten senken. Stadtwerke-Sterben? Doch nicht alle konnten sich über diese neue Freiheit freuen. Schließlich befanden sich Netzbetreiber wie Stadtwerke als Oligopole lange Zeit in einer recht angenehm konkurrenzfreien Situation. Bereits 1999 prognostizierte der damalige Präsident des Deutschen Städtetags im Hinblick auf die Liberalisierung einen Verlust von über 40.000 Arbeitsplätzen in kommunalen Versorgungsunternehmen. Selbst acht Jahr später noch wurde im Branchenblatt Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) vor einem Stadtwerke-Sterben gewarnt. Vorteil der Stadtwerke: regionale Verankerung Dass es so schlimm nicht gekommen ist hat mehrere Gründe. Einer vom Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) in Auftrag gegebenen EMNID-Studie zufolge genießen die kommunalen Stadtwerke ein großes Vertrauen in der Bevölkerung. Zudem sind die Stadtwerke als Dienstleister vor Ort vielfältig mit dem regionalen Leben verflochten. Schließlich sind die Stadtwerke nicht nur für die Strom-, Gas- und Wasserversorgung zuständig, sondern häufig auch für den Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs und öffentlicher Schwimmbäder. Probleme der Probleme: hohe Gaspreise und alternative Gasanbieter Dass die Stadtwerke dennoch zunehmend Kunden verlieren hat verschiedene Gründe. Zunächst einmal produzieren bzw. fördern die wenigsten Stadtwerke ihr Erdgas selber, sondern beziehen dieses von den großen Versorgern E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW. Gerade hier wird innerhalb der Wertschöpfungskette jedoch der größte Gewinn erwirtschaftet. Der zweite zentrale Grund für die Probleme der Stadtwerke ist das Aufkommen immer neuer (überregionaler) Gasanbieter. Dank schlankerer Unternehmensstrukturen und Direktverträgen mit den Lieferanten liegen die Gaspreise alternativer Gasanbieter oftmals unterhalb denen lokaler Grundversorger. So gibt es ein Dutzend Gasanbieter in Düsseldorf mit Tarifen die günstiger sind als der Basistarif „DüsselGas Klassik“ der Stadtwerke Düsseldorf AG (bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden). Stadtwerke suchen nach Auswegen Ein Weg aus der Krise der Stadtwerke liegt im Ausbau der eigenen Produktionskapazitäten. Im Bereich der Stromerzeugung fördern die Stadtwerke zunehmend die Nutzung ökologischer Energie-Quellen. Eine zentrale Rolle kommt hier der Kraft-Wärme-Kopplung zu. Im mecklenburgischen Neustrelitz etwa decken die Stadtwerke rund 80 Prozent des Bedarfs an Wärme mit einem eigenen Kraft-Wärmekopplungswerk. Das ist nicht nur klimaschonend, sondern verringert die Abhängigkeit von den großen Importeuren und schafft obendrein Arbeitsplätze in der Region. Stadtwerke kooperieren Inwieweit Verbraucher bereit sind (freiwillig) höhere Gaspreise zu zahlen hängt davon ab, dass sie von dem damit verbundenen qualitativen Mehrwert überzeugt werden. Spätestens seit dem Boom des Ökostroms weiß jeder Energieversorger, dass sich Investitionen in nachhaltige Technologien lohnen können. In Verbindung mit dem regionalen Bezug vieler Stadtwerke werden so viele kommunale Versorger überleben können. Um ihre Position auf dem Markt zu stärken schließen sich zudem immer mehr Stadtwerke zusammen. Ein Beispiel hierfür ist das regionalwerk Bodensee in Süddeutschland. Die sechs beteiligten Gemeinden werben für ihre gemeinsame Energieversorgung denn auch geschickt mit den genannten Argumenten: Regionalität, Zuverlässigkeit und Umweltfreundlichkeit.