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Strom sparen in Berlin mit dem Plus-Energie-Haus

Kategorie: Strom

Nullenergiehaus: das kannten wir schon. Ein Haus, das eigene Energie in der Menge erzeugt, die es selber verbraucht: vornehmlich durch eine Solaranlage auf dem Dach. Man spricht dabei in Fachkreisen von Energieautarken (Solar-)Häusern. Das bekannteste seiner Art entstand 1992 in Freiburg. Freiburg ist bekanntlich die deutsche Stadt mit der höchsten Sonnenscheindauer pro Jahr: klar, dass sich das Solarhaus dort als Nullenergiehaus rechnet. Aber seit dem 18. Mai 2009 steht im oft wolkenverhangenen Berlin ein Haus, das in der Energiebilanz das Nullenergiehaus sogar noch übertrifft: das Plus-Energiehaus. Das Plusenergiehaus steht in Berlin am Washingtonplatz, das ist der Südvorplatz des Hauptbahnhofes. Ausgestellt ist es dort in den sonnigen Monaten Mai bis September, genauer: vom 18. Mai bis 30 September 2009 jeweils von Dienstag bis Sonntag zwischen 11.00 und 18.00 Uhr. Und: es sieht gar nicht mal schlecht aus! Im Gegenteil: das warme Holz der Verkleidung und 1.271 Lamellen sieht gemütlich ein, die warme Atmosphäre innerhalb des Hauses lädt zum Verweilen ein. Fünf Stufen führen hinauf zum flachen Holzbau, der selbstverständlich auch vollständig barrierefrei zugänglich ist. Aufgestellt wurde es dort vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, das damit für mehr Energieeffizienz beim Bauen wirbt.  Als neue Ära des Bauens bezeichnet das Ministerium das Plusenergiehaus und sieht damit unter Beweis gestellt, das Energieeffizienz und Design beim Bauen durchaus Hand in Hand gehen können. Das Thema der Energieeffizienz von Gebäuden ist in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund gerückt. Hatte der Soziologe und Kulturwissenschaftler Richard Sennett zuvor noch über die Neutralität und zunehmende Vereinheitlichung der Gestaltung von Gebäuden geforscht, verschob sich sein Fokus in den letzten Jahren immer mehr auf die Energieeffizienz von Gebäuden. In einem Vortrag, den Sennett an der Berliner Freien Universität hielt nannte er vor allem die Gebäude rund um den Potsdamer Platz ein glänzendes Negativbeispiel verfehlter Architektur (Gruselarchitektur) - sowohl in gestalterischer als auch in energieeffizienter Hinsicht - und erntete dafür vom überfüllten Hörsaal zustimmenden Beifall. Das Plusenergiehaus erzeugt seinen Strom durch eine umfassende Photovoltaik-Anlage, die rundum installiert ist. Ferner ist das Haus durch eine neue Dämmtechnik perfekt isoliert: Wärme kann so danke der Phasenwechselmaterialien kaum noch entweichen: das Raumklima bleibt dabei angenehm temperiert. Die Warmwassererwärmung erfolgt durch zusätzlich installierte Flachkollektoren. Das das Haus Plusenergie erzeugt, d.h. mehr Energie als es verbraucht, wird der nicht genutzte Strom zurück in das allgemeine Stromnetz eingespeist (wofür es für den Besitzer des Hauses zusätzliche Vergütungen pro Kilowattstunde gibt). Für dieses gelungene Zukunftskonzept gab es in Washington 2007 den renommierten Solar Decathlon Preis. Das Urteil der Jury war dabei euphorisch: "nobody did the integration of the photovoltaic system any better," und das Siegerteam des Plusenergiehauses "was one of seven teams to score a perfect 100 points in the Energy Balance contest." Bei all der Euphorie darf man aber zwei Sachen nicht vergessen: die Kosten für den Bau des Plus-Energie-Hauses betragen rund 350 000 Euro. Auch wenn man als Besitzer eines solchen Plusenergiehauses nie wieder in seinem Leben eine Stromrechnung oder Gasrechnung bezahlen muss, finanziell rechnen kann sich ein solches Haus bei den immens hohen Baukosten nicht. Zumindest nicht, solange die verbauten effizienten Elemente in der Produktion noch so teuer sind. Hinzukommt, dass bei der Einsparung und Erzeugung von Energie etwa 12 Jahre benötigt werden, um die für den Bau angefallene Energie wieder einzusparen. Massentauglich wird das Plusenergiehaus in den nächsten Jahren nicht. Aber es setzt ein wichtiges Zeichen für die Baubranche und zeigt dieser überdeutlich, wo der einzige Wachstumsmarkt im Bauwesen liegt sowie die große Herausforderung an künftige Architekten. Was aber tun, wenn man sich dieses Haus nicht leisten kann, aber dennoch schon jetzt einen wesentlichen Beitrag zum Energie sparen und Klimaschutz leisten will? Vor allem das Umsatteln auf sauber erzeugten Ökostrom dürfte die weltweite Ökobilanz in der Stromerzeugung nachhaltig verbessern. In den letzten 10 Jahren ist der Anteil von weltweit produziertem Ökostrom sprungartig angewachsen auf eine Menge, die selbst die Atomlobby nicht mehr ignorieren kann. Für private Haushalte lohnt sich daher schon jetzt ein Strompreisvergleich, um herauszufinden, ob es in der eigenen Gegend günstige Ökostromtarife gibt. Denn, dass sie günstig sind, sieht man schnell. Wer zum Beispiel Ökostrom in Hamburg vergleicht, der sieht, dass sich bereits in kleinen Haushalten knapp 200 Euro pro Jahr sparen lassen.