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Stromanbieter kämpfen mit Energiewende: 2016 wird ein Jahr der Umbrüche

10.01.2016 | 19:07 Uhr | Strom

Die Energiewende und der rasche Zubau erneuerbarer Energien hat den großen Stromkonzernen in Deutschland in den letzten Jahren stark zu schaffen gemacht. Fallende Börsenstrompreise sorgten für hohe Gewinneinbrüche oder Verluste, Abschreibungen auf zahlreiche Kraftwerke mussten vorgenommen werden, Arbeitsplätze wurden gestrichen. Vergangenes Jahr kündigten E.ON und RWE dann die Aufspaltung der Unternehmen an. Eine Neugestaltung der Konzernstrukturen soll die Stromversorger in diesem Jahr Schritt für Schritt wieder aufrichten. Experten gehen von einem harten Jahr für die Energieriesen aus.

Ökostrom-Überangebot sorgt für fallende Strompreise

Das Jahr 2015 wird als Ökostrom-Rekordjahr in die Geschichte Deutschlands eingehen: Erstmals waren erneuerbare Energien der wichtigste Energieträger der Bundesrepublik und trugen mit 32,5 Prozent mehr zur Stromproduktion bei, als jemals ein anderer Energieträger zuvor. Da aber trotz der Zunahme an Ökostrom-Erzeugung kaum Kapazitäten in Kohlekraftwerken gestrichen werden, produziert Deutschland immer mehr Strom und die Preise an der Börse fallen aufgrund des Überangebots immer weiter. Vor allem für Betreiber konventioneller Kraftwerke hat der Strompreis-Verfall an der Börse Konsequenzen, da sich Kohle- oder Gaskraftwerke oft nicht mehr kostendeckend betreiben lassen. Die Folge: Die großen Energiekonzerne in Deutschland kämpfen mit hohen Verlusten. Im Jahr 2014 stand bei E.ON ein Rekord-Minus von 3,2 Milliarden Euro unterm Strich, RWE musste zahlreiche Abschreibungen vornehmen, um ein Plus von 1,3 Milliarden Euro zu erreichen und auch EnBW und Vattenfall rutschten in die roten Zahlen. Als Reaktion kündigten E.ON und RWE im vergangenen Jahr radikale Konzern-Umbauten an; die Ökostrom- soll von der konventionellen Energieerzeugung getrennt werden. So will E.ON fossile Kraftwerke in eine neue Tochtergesellschaft namens Uniper auslagern und das Geschäft mit Ökostrom, Netzen, Vertrieb und Atomkraftwerken im Hauptkonzern belassen. RWE stellte einige Monate später eine ähnliche, aber umgekehrte Strategie vor: erneuerbare Energien sollen ausgelagert, konventionelle im Mutterkonzern belassen werden. RWE hat zudem seine Öl-Tochter Dea verkauft, beide Konzerne haben zahlreiche Stellen abgebaut.

Strompreise sollen stabil bleiben

Ab Oktober 2016 kommt neben Energiewende und Atomausstieg zudem ein weiterer Umbruch auf RWE, Vattenfall und Mibrag zu: Im Namen des Klimaschutzes sollen mehrere Braunkohlekraftwerke schrittweise vom Netz genommen werden. Für die geschätzten Kosten von 1,61 Milliarden Euro werden aber die Stromverbraucher aufkommen müssen und nicht die Konzerne. Nichtsdestotrotz gehen Experten von einem wegweisenden Jahr 2016 für die Energiekonzerne aus. Ob die Stromversorger durch ihre veränderten Konzernstrategien in 2016 aus ihrer Talfahrt herausfinden, bleibt abzuwarten. Für Stromverbraucher soll sich aber, zumindest vorerst, nichts verändern: Sowohl E.ON als auch RWE kündigten an, die Strompreise für Verbraucher über den Jahreswechsel hinaus stabil zu halten.