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Strompreis-Anstieg zeigt Konsequenzen: Zahl der Stromsperren auf Rekordniveau

Kategorie: Strom

Seit 2002 haben sich die Stromkosten für Verbraucher fast verdoppelt. Dennoch ist ein Ende des Strompreis-Anstiegs bislang nicht in Sicht, im Gegenteil. Zum Jahreswechsel haben erneut zahlreiche Stromanbieter Strompreis-Erhöhungen angekündigt. Die hohen Kosten für Strom fordern aber mittlerweile ihren Tribut in der Bevölkerung: Laut Bundesnetzagentur wurde im vergangenen Jahr so vielen Verbrauchern wie noch nie der Strom abgestellt. Auch die Anzahl der Mahnungen aufgrund unbeglichener Stromrechnungen stieg auf ein Rekordniveau.

Strompreis-Anstieg zeigt Konsequenzen: Zahl der Stromsperren auf Rekordniveau Strom

Strompreise in Deutschland EU-weit mit am höchsten

Mit über 29 Cent pro Kilowattstunde mussten Verbraucher in Deutschland im vergangenen Jahr gut das Doppelte an Stromkosten zahlen, wie noch im Jahr 2002. Im europäischen Vergleich zahlen die Deutschen damit die zweithöchsten Strompreise und gut 45 Prozent mehr, als der Durchschnitts-EU-Bürger. Im Gegensatz dazu müssen industrielle Großverbraucher in Deutschland mit 6,37 Cent pro Kilowattstunde deutlich weniger für ihre Stromkosten zahlen, als der EU-Durchschnitt, für den 9,37 Cent pro Kilowattstunde fällig werden. Grund hierfür ist die Möglichkeit energieintensiver Unternehmen, sich teilweise von der Zahlung der in den letzten Jahren stark angestiegenen Abgaben und Umlagen befreien zu lassen. Für Privathaushalte besteht diese Möglichkeit jedoch nicht und so werden die steigenden Strompreise insbesondere für einkommensschwache Haushalte zu einer immer größeren finanziellen Belastung. Wie aus einem aktuellen Bericht der Bundesnetzagentur und dem Bundeskartellamt hervorgeht, der Spiegel Online vorliegt, ist die Zahl der Stromsperren im vergangenen Jahr auf den höchsten Stand angestiegen, der je gemessen wurde. Insgesamt wurde 351.802 Haushalten in der Grundversorgung in Deutschland zeitweise der Strom abgestellt. Im Jahr 2013 waren es noch knapp 345.000 Sperren gewesen, im Jahr 2012 rund 320.000. Zudem haben noch weit mehr Haushalte Probleme damit, ihre Stromrechnung zu begleichen: Nach Angaben der Bundesnetzagentur drohten Stromanbieter ihren Kunden im Jahr 2014 insgesamt 6,3 Millionen Mal damit, den Strom aufgrund nicht bezahlter Stromrechnungen abzustellen. Stromversorger haben das Recht, ihren Kunden den Strom zu kappen, wenn sie ihre Rechnungen trotz Mahnungen über einen längeren Zeitraum hinweg nicht bezahlt haben.

Stromanbieter-Wechsel kann über 400 Euro im Jahr einsparen

Als Grund für die in den letzten Jahren stark angestiegene Anzahl von Stromsperren sehen Experten die wachsende finanzielle Belastung vieler Haushalte durch steigende Stromrechnungen. Allein die EEG-Umlage für den Ausbau erneuerbarer Energien wird bis 2016 in nur zehn Jahren von 0,88 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2006 auf 6,35 Cent pro Kilowattstunde im kommenden Jahr angestiegen sein. Zum Jahreswechsel haben einige Stromversorger bereits erneute Strompreis-Erhöhungen von im Schnitt rund drei Prozent angekündigt. Für einen Vier-Personen-Haushalt entstehen so Mehrkosten von gut 40 Euro pro Jahr. Verbraucherschützer raten Kunden von Stromanbietern, die ihre Strompreise zum Jahreswechsel anziehen wollen, einen kostenlosen Strompreis-Vergleich durchzuführen und zu einem günstigeren Stromversorger zu wechseln. Je nach Verbrauch und Wohnort lassen sich durch einen Wechsel aus der Grundversorgung zu einem alternativen Stromanbieter über 400 Euro im Jahr einsparen. Bild: Strom von Metropolico.org, CC BY-SA 2.0 – bearbeitet von Tarifo.de