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Stromnetz: „Deutliche Fortschritte“ beim Netzausbau

Kategorie: Strom

Der schleppende Stromnetz-Ausbau wird von Kritikern oft als Energiewende-Bremse gesehen. So ist zwar der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix in den vergangenen Jahren stark angestiegen, aufgrund zu langsam ausgebauter Stromnetze befürchten Experten jedoch nach dem Atomausstieg Versorgungsengpässe vor allem im Süden Deutschlands. Wie die Bundesnetzagentur nun mitteilte, gäbe es mittlerweile aber „deutliche Fortschritte“ beim Netzausbau. Zudem sollen Maßnahmen ergriffen werden, um die Akzeptanz der zu bauenden Stromleitungen in der Bevölkerung zu verbessern.

Stromnetz: „Deutliche Fortschritte“ beim Netzausbau Green Power

Energie-Autarkie im Süden Deutschlands?

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist mit Nachdruck auf die Bedeutsamkeit eines raschen Stromnetz-Ausbaus für ein Gelingen der Energiewende hin. Insbesondere vor dem Hintergrund des beschleunigten Atomausstieges bis 2022 müssten Leitungen verlegt werden, um die Stromversorgung Süddeutschlands zu gewährleisten. Im Süden Deutschlands steht der Großteil der verbliebenen Atomkraftwerke, die im Rahmen des Atomausstieges bis 2022 vom Netz genommen werden sollen. Nach dem endgültigen Atomausstieg wird laut Experten verstärkt Strom aus dem Norden Deutschlands in den Süden transportiert werden müssen, um die Stromversorgung sicherzustellen. Kritiker des Netzausbaus streben hingegen eine autarke Stromversorgung Süddeutschlands an. So meint der BUND-Chef Nordrhein-Westfalens, Holger Sticht, dass auch die Länder im Süden Deutschlands ihren Strom durch erneuerbare Energien selbst erzeugen könnten. Es bestehe keine Notwendigkeit, die Energie „im Wattenmeer“ zu produzieren und dann durch ganz Deutschland zu transportieren. Das Bestreben einer Energie-Autarkie kommt nicht von ungefähr: Angesichts großer Bürger-Proteste gegen die geplanten Stromtrassen hat zuletzt Bundesenergieminister Sigmar Gabriel (SPD) eingelenkt und versprochen, den Verlauf einer 450-Kilometer langen Gleichstromtrasse, die in Zukunft Strom aus dem Norden in den Süden Deutschlands transportieren soll, nochmals zu überarbeiten. Experten nehmen an, dass sich der Stromnetzausbau aufgrund dessen weiter verzögern könnte. Allein die rechtlichen Voraussetzungen für den neuen Verlauf der Trasse zu schaffen – die unter anderem gen Norden verlängert werden soll – dauere ein Jahr.

Stromleitungen sollen unter der Erde verlegt werden

Der Chef der Abteilung Netzausbau bei der Bundesnetzagentur, Heinz-Jürgen Scheid, gab nun aber vergangene Woche bekannt, dass es „deutliche Fortschritte“ bei den Verfahren geben würde. So seien in der ersten Jahreshälfte 2014 fast 100 Kilometer Höchstspannungsleitungen neu errichtet worden. Um die Akzeptanz der geplanten Stromleitungen in der Bevölkerung zu erhöhen, sollen diese in Zukunft frühzeitig nach ihren Bedenken gefragt werden. Zudem ermögliche die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die teilweise Verlegung der Kabel für alle Gleichstromleitungen unter der Erde, trotz höherer Kosten. Bild: Green Power von Ferruccio ZanoneCC BY-SA 2.0 – bearbeitet von Tarifo.de