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Solarindustrie am Abgrund: Solarworld konnte Insolvenz abwenden

Kategorie: Strom

Noch vor wenigen Jahren boomte die deutsche Solarindustrie und deutsche Konzerne setzten sich an die Weltspitze in Sachen Technologie und Umsatz. Doch seitdem hat sich einiges geändert: China exportiert immer billigere Solarmodule und fast alle einstigen Vorzeige-Unternehmen der Solarbranche meldeten Insolvenz an. Lediglich das einstige deutsche Spitzenunternehmen Solarworld, das vor rund 15 Jahren von Vorstandschef Frank Asbeck gegründet wurde, versucht sich weiter im Kampf gegen die Chinesen zu behaupten. Eine drohende Insolvenz des Solarkonzerns wurde nun nach einem drastischen Schuldenschnitt vorerst abgewendet.

Solarindustrie am Abgrund: Solarworld konnte Insolvenz abwenden Sun collectors at sunset

Solarworld hat nach Kapitalschnitt noch immer 400 Millionen Euro Schulden

Energieunternehmen wie Conergy, Solon oder Q-Cells entwickelten sich angesichts des wachsenden Photovoltaik-Bedarfs in Deutschland zu erfolgreichen Unternehmen mit Spitzen-Börsenkursen. Insgesamt beschäftigte die Solarindustrie in den letzten Jahren rund 10.000 Arbeitnehmer. Doch von chinesischen Billig-Produkten zunehmend bedrängt, meldete ein Vorzeige-Unternehmen nach dem anderen Insolvenz an. Auch Großkonzerne wie Siemens oder Bosch, die zuletzt in der Solarindustrie mitmischten, zogen sich nach erheblichen Verlusten aus dem Geschäft zurück. Als einziger deutscher Vorzeige-Solarkonzern übrig geblieben ist Solarworld – mit einem derzeitigen Schuldenberg von rund 400 Millionen Euro. Dem 1998 in Bonn gegründeten Solarkonzern wurde nach einer Aktionärsversammlung Anfang August eine zweite Chance gegeben. Die Aktionäre stimmten mit 99,1 Prozent dem Sanierungsplan von Vorstandschef Frank Asbeck zu. Mit ihrer Zustimmung willigten die Aktionäre einem drastischen Kapitalschnitt zu: Wer zuvor 150 Aktien besaß, soll zukünftig nur noch eine besitzen. Die Schulden des Solarkonzerns werden dadurch von rund 900 Millionen auf knapp 400 Millionen reduziert. Asbeck selbst will zur Rettung seines Lebenswerkes 10 Millionen Euro aus eigener Kasse beisteuern. Außerdem soll Qatar Solar mit rund 35 Millionen Euro in den Solarkonzern einsteigen. Der Investor aus Katar wird damit größter Einzelaktionär.

Produktions-Auslagerung könnte weitere Arbeitsplätze fordern

Solarworld beschäftigt derzeit noch rund 2600 Mitarbeiter in Deutschland und den USA. Vor einigen Jahren waren es noch circa 3500. Unternehmensangaben zufolge soll der Stellenabbau aber weitgehend abgeschlossen sein. Fest steht allerdings noch nicht, ob Qatar Solar die Firmenpolitik Asbecks, bei der die gesamte Wertschöpfungskette im eigenen Haus stattfindet, lange beibehalten wird. Laut Experten kann die Fertigung einiger Komponenten im Ausland weitaus günstiger sein, als eine Eigenproduktion. In einem solchen Falle einer Produktions-Auslagerung droht der Verlust weiterer Arbeitsplätze. Bild: Sun collectors at sunset von Robert and Cathy, CC BY - bearbeitet von Tarifo.de