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Gasförderung durch Fracking: BGR-Entwarnung sorgt für Kritik

Kategorie: Gas

Die unkonventionelle Gasfördermethode Fracking ist in Deutschland höchst umstritten. Eine aktuelle Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) legt nun nahe, dass eine Gasförderung durch Fracking aber weit weniger gefährlich sei, als oft vermutet. „Trinkwasserschutz und Fracking sind vereinbar“, so das Fazit der Untersuchung. Umweltschützer sind empört und nennen die Entwarnung durch die Bundesanstalt „äußerst fahrlässig“.

Fracking-Risiken “für Mensch und Umwelt überschätzt”

Da beim unkonventionellen Fracking ein Wasser-Chemikalien-Gemisch unter Druck in die Erde geleitet wird, um Schiefergas oder Öl zu fördern, befürchten Umweltschützer vor allem Trinkwasser-Verunreinigungen durch die Gasförderung. Auch vermehrte Erdbeben-Aufkommen gelten als mögliche Fracking-Auswirkungen. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) geht in ihrer aktuellen Studie aber davon aus, dass keine dieser beiden befürchteten Fracking-Folgen tatsächlich eintreten könnte. So würden „injizierte Fracking-Fluide“ aus dem tieferen Untergrund nicht in das Grundwasser aufsteigen, aus dem Trinkwasser gewonnen wird. Zudem wird auch eine Erdbebengefahr von den Wissenschaftlern ausgeschlossen. Selbst bei Bohrungen in einer relativ geringen Tiefe von 1.700 Metern bleibe die maximale Ausprägung der Erdbewegung „deutlich unterhalb der Spürbarkeitsgrenze“. Die Forscher ziehen in ihrem Bericht das Fazit, dass die „Risiken der Fracking-Technologie für Mensch und Umwelt überschätzt werden“. Umweltschützer und Politiker aber kritisieren die Studie der Bundesanstalt und die in ihr enthaltenen Entwarnungen für Fracking. So zeige ein Blick in die USA, wo Fracking seit der Jahrtausendwende großflächig zum Einsatz kommt, dass es immer wieder zu „unkontrollierten Grundwasserkontaminationen“ kommt, wie die grüne Sprecherin für Energiepolitik im Bundestag, Julia Verlinden, betont. Auch in Niedersachsen würden durch Zwischenfälle bei der Gasförderung „reale Umwelt- und Gesundheitsgefahren“ präsent, die in der Studie der BGR einfach ausgeblendet würden. Die in der Untersuchung erfolgte „vermeintliche Entwarnung bezüglich der Umweltgefahren durch Fracking“ bezeichnete die Grünen-Politikerin als „äußerst fahrlässig“.

Fracking-Abwasser wird oft nicht fachgerecht in Bohrlöchern entsorgt

Aus anderen Ländern gibt es bereits zahlreiche Beispiele für Negativ-Folgen von einer Gasförderung durch unkonventionelles Fracking. In den USA häufen sich Berichte über verseuchtes Grundwasser infolge von Fracking. Insbesondere die Praxis vieler Gaskonzerne, Fracking-Abwasser nach der Gasförderung nicht fachgerecht zu entsorgen sondern in Bohrlöcher zu leiten, birgt die Gefahr von Trinkwasser-Verunreinigungen. Zahlreiche US-Studien legen einen Zusammenhang zwischen unkonventionellem Fracking und erhöhten Vorkommen von Frühgeburten, Unfruchtbarkeit und sogar Krebs nahe. In Oklahoma ist zudem die Anzahl von Erdbeben innerhalb weniger Jahre von durchschnittlich zwei pro Jahr auf über 600 im Jahr angestiegen. Seismologen machen auch hierfür eine intensive Gasförderung mithilfe von Fracking in der Region verantwortlich. Auch die Niederlande leiden unter vermehrten Erdbeben-Aufkommen aufgrund von Fracking, weshalb die Gasproduktion dort reduziert wurde. In Deutschland besteht seit einiger Zeit ein Fracking-Moratorium, da die umstrittene Gasförderung bislang nur unzureichend geregelt und prinzipiell erlaubt ist, es aber zahlreiche Proteste gegen den Einsatz der unkonventionellen Gasförderung gab. Auf die Verabschiedung eines bereits vorliegenden Gesetzentwurf zum zukünftigen Umgang mit Fracking konnte sich die Bundesregierung bislang nicht einigen. 2016-01-17 19:49:00