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Fracking in der Nordsee: Gas-Konzern geht von „grenzüberschreitenden Auswirkungen“ aus

Kategorie: Gas

Die Bundesregierung konnte sich bislang nicht auf einen zukünftigen Umgang mit der umstrittenen Gasfördermethode Fracking einigen. Ein erster Gesetzentwurf sieht aber vor, die Gasförderung, bei der unter anderem Chemikalien in die Erde geleitet werden, in Wasserschutzgebieten komplett zu untersagen und in anderen Regionen strenge Umweltverträglichkeitsregelungen zugrunde zu legen. Andere Länder, allen voran die USA, aber auch Großbritannien und Dänemark, praktizieren Fracking schon länger zur wirtschaftlichen Gasgewinnung. Nun ist in der Nordsee vor der dänischen Küste ein Fracking-Projekt geplant, bei dem das zuständige Förderunternehmen ganz offen von „wahrscheinlich erheblichen negativen grenzüberschreitenden Auswirkungen“ der Bohrungen ausgeht. Auch Deutschland könnte demnach Negativ-Folgen des Vorhabens zu spüren bekommen.

Gasförder-Chemikalien sollen ins Meer geleitet werden

Aufgrund der bislang kaum vorhersehbaren Auswirkungen von unkonventionellem Fracking auf Umwelt und Natur herrscht in Deutschland aktuell eine hitzige Debatte über den zukünftigen Umgang mit der bislang kaum rechtlich geregelten Gasfördermethode. Beim Fracking wird ein Wasser-Chemikalien-Gemisch unter Druck in die Erde geleitet, um tief liegende Gesteinsschichten aufzubrechen und Schiefergas oder Öl an die Erdoberfläche zu bringen. Aufgrund des Chemikalien-Einsatzes fordern Umweltschützer ein Komplett-Verbot der Gasförderung durch unkonventionelles Fracking. Wirtschaftsexperten verweisen jedoch auf eine mögliche größere Unabhängigkeit von Gasimporten durch eine verstärkte eigene Gasförderung. In den USA sind die Gaspreise durch den verstärkten Einsatz von Fracking seit der Jahrtausendwende stark gefallen. Gleichzeitig mehren sich aber auch Studien über negative Auswirkungen von Fracking auf die Umwelt, beispielsweise in Form erhöhter Erdbeben-Aktivität, Frühgeburten-Raten oder Unfruchtbarkeit. Wie der Deutschlandfunk Ende des Jahres berichtete, will der Energiekonzern Maersk Oil nun in einem seit 1981 betriebenen Öl- und Gasfeld in der Nordsee neue Vorkommen erschließen und laufende Bohrungen unter anderem durch unkonventionelles Fracking weiter ausbauen. Das Feld liegt rund 220 Kilometer westlich von Esbjerg vor der dänischen Küste. Teil der Antragsunterlagen für das Projekt sind online einsehbare Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudien aus denen hervorgeht, dass bei dem Projekt namens GORM sowohl unkonventionelles Fracking als auch das Verpressen von CO2 zum Einsatz kommen soll. Beides sind unter Umweltschützern stark umstrittene Vorgehen. Darüber hinaus macht das zuständige Förderunternehmen keinen Hehl aus möglichen negativen Umweltauswirkungen der Gasförderung. So soll ein Großteil der eingesetzten Chemikalien in der Formation verbleiben und die im Bohrloch zurückbleibende „Stimulationsflüssigkeit“ ins Meer eingeleitet werden.

Fracking-Einwände in Dänemark sehr gering

Maersk Oil resümiert laut Deutschlandfunk in einer Art Zusammenfassung seines Antrags, dass die Fracking-Aktivitäten „wahrscheinlich erhebliche negative grenzüberschreitende Auswirkungen auf ökologische und soziale Rezeptoren“ haben werden. Angesichts des Einleitens von Chemikalien ins Meer sowie Lärmbelästigungen in Gebieten, in denen sich sehr viele Meeressäuger aufhalten, befürchten auch Umweltschützer erhebliche Beeinträchtigung von Natur und Umwelt. Dennoch gehen Experten davon aus, dass die Anzahl von Einwänden gegen das geplante Projekt, die in Dänemark generell sehr gering seien, nicht ausreichen werden, um das Fracking-Unternehmen zu stoppen. Da aber in diesem Fall auch deutsche Interessen betroffen seien, könnten sich auch Bundesbürger zu Wort melden und Einwände gegen das Fracking-Vorhaben von Maersk Oil in der Nordsee einreichen.