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Fracking: Anzahl von Erdbeben in Oklahoma dramatisch angestiegen

Kategorie: Gas

Bislang wurden im US-Bundesstaat Oklahoma über Jahrzehnte hinweg durchschnittlich zwei Erdbeben pro Jahr registriert. Seit einigen Jahren aber nimmt die Anzahl der Erdbeben dramatisch zu. Allein in diesem Jahr habe die Erde laut Seismologen bereits über 600 mal gebebt. Einen Grund für den starken Anstieg von Erdbeben in der Region sehen Experten in der umstrittenen Gasfördermethode Fracking – und in der Praktik vieler Fracking-Unternehmen, giftiges Abwasser nach den Bohrungen hunderte Meter tief in die Erde einzuspeisen. Fracking: Anzahl von Erdbeben in Oklahoma dramatisch angestiegen Fracking

Fracking-Abwasser ändert Druckverhältnisse unter der Erde

Seismologe George Choy vom Geologischen Dienst der Vereinigten Staaten ist beunruhigt. Was sich derzeit unter der Erde im US-Bundesstaat Oklahoma abspiele habe es noch nie gegeben. Die Anzahl von Erdbeben in der Region sei innerhalb weniger Jahre von durchschnittlich zwei pro Jahr auf über 600 angestiegen. So wurden im vergangenen Jahr 585 Erdbeben registriert, in diesem Jahr habe die Erde bereits mehr als 600 mal gebebt. Das heftigste Beben in der Region habe eine Stärke von 4,5 auf der Richterskala erreicht. Auch alle anderen in diesem Jahr verzeichneten Beben seien stark genug gewesen, um Fenster klirren zu lassen und Autos ins Wanken zu bringen. In Oklahoma wird seit gut einem Jahrzehnt intensiv die umstrittene Gasfördermethode Fracking angewandt, um Gas oder Öl aus tiefen Gesteinsschichten an die Erdoberfläche zu bringen. Dafür wird ein Wasser-Chemikalien-Gemisch unter Druck in die Erde geleitet, sodass Schiefergas oder Öl aus dem Gestein heraus bricht. Bei den Bohrungen anfallendes, oft mit giftigen Chemikalien, Schwermetallen und Salzen verunreinigtes Abwasser, wird häufig von den Fracking-Konzernen in etwa eineinhalb Kilometer tiefen Bohrlöchern entsorgt. Umweltschützer und Seismologen sind angesichts dieses Vorgehens besorgt. Das Wasser, welches in die Erde geleitet werde, käme dort nicht wieder heraus und gelange an Stellen, wo vorher nie welches gewesen sei. Laut Seismologe Choy verändere das zusätzliche Wasser die Druckverhältnisse entlang der Gesteinsnähte und bringe so die Erde zum beben. Welche Auswirkungen die Einspeisung des Fracking-Wassers in die Erde auf langfristige Sicht haben werde, wisse der Experte nicht.

4.500 Brunnen für Fracking-Abwasser – allein in Oklahoma

Auch die Umweltschutzorganisation Sierra Club zeigt sich besorgt. Oklahoma sei der einzige Bundesstaat, der trotz der Probleme einfach mit dem Fracking weitermache. Die Umweltschützer fordern, die öffentliche Sicherheit an erste Stelle zu stellen, anstatt den Bundesstaat als „großes Versuchslabor“ zu verwenden. Die republikanische Gouverneurin Oklahomas, Mary Fallin, wies den Zusammenhang zwischen Fracking und den vermehrt auftretenden Beben lange von sich. Nachdem aber wissenschaftliche Belege immer eindeutiger wurden, wurden erste Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet. Nach zwei schwereren Erdbeben der Stärke 3,5 und 4,1 Mitte September wurden zwei der Abwasserbrunnen geschlossen. Insgesamt gibt es in Oklahoma aber etwa 4.500 solcher Brunnen, in denen giftige Fracking-Abwässer literweise in die Erde gepumpt werden. Bild: Fracking von Daniel Lobo, CC BY – bearbeitet von Tarifo.de