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Gasförderung durch Fracking: Austretendes Abwasser gefährdet Umwelt

Kategorie: Gas

Wenn es nach Havarien von Schiffen oder Öltankern zu einer Ölpest kommt, ist die mediale Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft oft groß. Doch nicht nur das Auslaufen bereits geförderter Rohstoffe kann schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt haben. Auch die Förderung von Gas oder Öl mithilfe der umstrittenen Fracking-Methode kann hektarweise Land unbenutzbar machen. Schuld daran sind unter anderem austretende Abwässer, die die Umwelt vergiften. Allein in den letzten fünf Jahren ergossen sich in den USA über 660 Millionen Liter giftiges Fracking-Abwasser in die Erde, verseuchten das Land von zahlreichen Farmern, töteten Tiere und bedrohten die Frischwasserversorgung. Gasförderung durch Fracking: Austretendes Abwasser gefährdet Umwelt Laying Pipelines, Tara, QLD, May 2011

Fracking-Abwasser: Rohrbrüche und überlaufende Lagertanks

Beim unkonventionellen Fracking wird ein Wasser-Chemikalien-Gemisch unter Druck in die Erde geleitet, um Gesteinsschichten aufzubrechen und Schiefergas oder Öl an die Erdoberfläche zu befördern. In den USA wird Fracking seit der Jahrtausendwende zur wirtschaftlichen Gasförderung eingesetzt, wodurch die Gaspreise stark gefallen sind. Aufgrund des Chemikalien-Einsatzes ist Fracking aber trotz sinkender Gaspreise auch in den USA stark umstritten. Umweltschützer befürchten unter anderem Trinkwasser-Verunreinigungen. Wie eine aktuelle Analyse der US-Amerikanischen Öl- und Gasproduktion zeigt, ist insbesondere die Weiterleitung und Lagerung von Fracking-Abwasser mit Gefahren für die Umwelt verbunden. Zwischen 2009 und 2014 seien durch Rohrbrüche, überlaufende Lagertanks oder absichtliches Ablassen mehr als 662 Millionen Liter giftiges Fracking-Abwasser in die Erde geflossen. Die Nachrichtenagentur AP wertete für die Analyse Daten aus Texas, North Dakota, Kalifornien, Alaska, Colorado, New Mexiko, Oklahoma, Wyoming, Kansas, Utah und Montana aus – Staaten, deren Ölproduktion 90 Prozent der gesamten Förderung auf dem US-Festland ausmacht. Im untersuchten Zeitraum habe es insgesamt 21.650 einzelne Vorfälle gegeben, bei denen es zum Austritt von umweltschädigenden Fracking-Abwässern gekommen sei. Die Tendenz für das Auftreten sogenannter Spills sei zudem im Laufe der Jahre steigend gewesen. Darüber hinaus sei die Zahl nicht vollständig, da nicht alle Vorfälle gemeldet würden. Neben enthaltenen Chemikalien hat vor allem der hohe Salzgehalt des Fracking-Abwassers gravierende Auswirkungen auf die Umwelt: Während bekannt ist, wie nach dem Auslaufen von Öl gereinigt werden kann und ausgetretenes Öl irgendwann von Mikroben zersetzt wird, gestaltet sich der Umgang mit ausgetretener Salzlake aus Fracking-Wasser schwieriger. Wird sie nicht rechtzeitig neutralisiert, trocknen Böden aus, wodurch Bäume sterben und Pflanzen keine Wurzeln mehr schlagen können. Oft im Abwasser enthaltene Chemikalien und Schwermetalle wie Quecksilber und Arsen gefährden zudem die Gesundheit von Mensch und Tier. Einige Rancher hätten durch ausgetretenes Fracking-Wasser bereits Vieh verloren. Hinzu kommen gesundheitliche Risiken, die durch eine Verunreinigung des Trinkwassers entstehen können.

Fracking-Wasser führte zu großem Fischsterben und Grundwasser-Verunreinigung

Wie die Nachrichtenagentur AP weiter berichtet, entstünden die Spills in der Regel durch technische Probleme oder menschliches Versagen. Eine vollständige Auflistung der durch austretendes Fracking-Wasser entstandene Schäden gäbe es nicht. Einzelne Beispiele ließen jedoch das Ausmaß der Schäden erahnen. So seien im Jahr 2006 in North Dakota rund 3,5 Millionen Liter Salzlake ausgelaufen. Infolge dessen habe ein massives Fischsterben im Yellowstone River und einem Nebenfluss stattgefunden. Die Kosten für die Reinigung beliefen sich auf knapp zwei Millionen US-Dollar. Nahe Bakersfield in Kalifornien hätten Fracking-Abwässer zudem das Grundwasser einer großen Baumwoll- und Nussfarm verunreinigt. Der fördernde Ölkonzern Aera Energy wurde zu einer Entschädigungszahlung von neun Millionen Dollar verurteilt, da ein Drittel der Farm nicht mehr zur Produktion verwendet werden konnte. Bild: Laying Pipelines, Tara, QLD, May 2011 von Lock the Gate Alliance, CC BY - bearbeitet von Tarifo.de