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Längere Laufzeiten für wen?

Kategorie: Strom

Berlin – Noch herrscht keine Klarheit darüber, wie lange die Kernkraftwerke noch am Netz bleiben. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nun aber konkrete Zahlen genannt: eine Laufzeitverlängerung um 10-15 Jahre sei möglich. Doch wer würde davon (neben den Stromanbietern) profitieren? Nach Beschluss der rot-grünen Bundesregierung sollte das letzte Atomkraftwerk eigentlich im Jahr 2022 stillgelegt werden. Die schwarz-gelbe Koalition sieht in der Kernkraft jedoch eine notwendige Brückentechnologie, auf die bis zum Übergang zur vollständig regenerativen Energieversorgung nicht verzichtet werden könne. Neben ungeklärten technischen Erwägungen (wie z. B. ob es eine „Stromlücke“ geben kann) stellt sich die Frage, wer zu den Gewinnern längerer Laufzeiten gehören wird. Die Verbraucherzentrale hält eine Verlängerung der Laufzeiten für ein riskantes Unterfangen. Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen geht davon aus, „dass sich eine solche Laufzeitverlängerung nur marginal auf die Bildung der Strompreise auswirken wird". Bei einer Verlängerung könne man von einer Ersparnis von 0,7 Cent pro Kilowattstunde ausgehen. Ein Durchschnittshaushalt könne demnach 24,50 Euro pro Jahr einsparen. Auf der anderen Seite stehen die wachsenden Risiken, die mit dem Betrieb der alternden Meiler einhergehen. Neben der immer noch ungeklärten Endlagerung müssen die Betreiber daher intensiv in die Sicherheit investieren. Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist es daher fraglich, ob sich die Verlängerung letztlich für Verbraucher und Betreiber lohnen wird. Für den Verbraucherschützer ist der effizientere Umgang mit Energie ohnehin viel entscheidender. Dieser Punkt werde jedoch im sich langsam abzeichnenden Energiekonzept der Regierung stark vernachlässigt.