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Intelligente Stromzähler: Vom Verbraucher ignoriert?

Kategorie: Strom

Berlin – Seit Jahresbeginn ist der Einbau intelligenter Stromzähler (auch "Smart Meter" genannt) in Neubauten Pflicht. Die Kür beim Stromkunden mag dagegen noch nicht wirklich gelingen. Weil die Verbraucher das Kosten-Nutzen-Verhältnis bislang nicht überzeugt, ersetzen bis dato nur wenige Haushalte den alten durch einen intelligenten Stromzähler. Stromanbietern, Bundesnetzagentur und Verbraucherzentralen steht noch (Überzeugungs-)Arbeit bevor. Eine forsa-Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) zeigt, dass Intelligenz nicht gleichbedeutend mit Erfolg ist. Zumindest kurzfristig vermag es der innovative intelligente Stromzähler nicht, das herkömmliche (Auslauf-)Modell zu verdrängen. Auch wenn sich Verbraucher grundsätzlich für die Idee begeistern könne, überzeugt sie das aktuelle Angebot zu wenig. Kein Wunder, schließlich leistet der gegenwärtig installierte Stromzähler zuverlässig seinen Dienst. Warum also Geld ausgeben für den Einbau eines nicht gerade billigen intelligenten Stromzählers? So lange es nur um die Kontrolle der Verbrauchsdaten von Strom im Haushalt geht, bleiben die Stromverbraucher eher skeptisch. Lediglich ein viertel der Stromverbraucher in Deutschland würde mit der Aussicht auf hohe Einsparungen auf einen kostengünstigen Smart Meter setzen. Bislang lässt der eine triftige Grund für den Stromzählerwechsel noch auf sich warten. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis der intelligente Stromzähler an Bedeutung gewinnt. Stromanbieter sollen zukünftig tageszeitabhängige Stromtarife anbieten. Auf diesem Weg soll der Stromverbrauch in Deutschland insgesamt effizienter und für die Stromkunden günstiger werden. Anstatt tagsüber mit der Haushaltselektronik (z.b. Waschmaschinen) die Verbrauchsspitzen beim Strom in die Höhe zu treiben, sollen die intelligenten Stromzähler den Stromverbrauch solcher Geräte in die Nacht verlagern, wenn das Stromangebot die Nachfrage übersteigt. Dass die Stromversorger derlei Stromtarife noch nicht anbieten, ist laut vzbv auch der Bundesnetzagentur geschuldet. "Veraltete Vorgaben verhindern, dass die Zähler ihr Potential wirklich entfalten können", bemängelt vzbv-Vorstand Gerd Billen und fordert zum Handeln auf. Die 46-seitige Studie zum Smart Metering liegt auf der Seite des Verbraucherzentrale Bundesverbandes zum kostenlosen Download bereit.