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Wann geht uns eigentlich das Gas aus?

Kategorie: Gas

Es wird wieder kalt. Viele Verbraucher wissen spätestens jetzt wieder ihre mit Gas betriebene Heizung zu schätzen. Mieter mit Gasheizung können sich nicht nur über die individuelle Kostenabrechnung freuen, sondern auch je nach Entwicklung der Gaspreise den Gasanbieter wechseln. Auch die Eigentümer profitieren vom Erdgas: schließlich kommt Gas direkt aus der Leitung und muss im Gegensatz zu Öl nicht in Platz verbrauchenden Tanks gelagert werden. Zugleich offenbarte der Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland unsere Abhängigkeit von der wertvollen Ressource. Tarifo.de, Verbraucher und Gasanbieter stellen sich daher die Frage, wie groß die globalen Erdgas-Vorkommen überhaupt noch sind. Niedrige Gaspreise beunruhigen die Branche Wenn es um den internationalen Gasmarkt, Gaspreise und Zukunftstendenzen geht, führt an der Weltgaskonferenz kein Weg vorbei. Beim letzten Treffen vor drei Jahren konnte sich die Branche noch über scheinbar ins Unendliche steigende Gaspreise freuen. Seit dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich die Lage jedoch dramatisch verändert. Dem Einbruch der industriellen Nachfrage nach fossilen Brennstoffen folgte ein rasanter Verfall der Öl- und Gaspreise. Während sich Verbraucher über sinkende Gaspreise freuen dürfen, haben die großen Energieversorger mit massiven Absatzproblemen zu kämpfen. Gaspreis wird wieder steigen Dass der Gaspreis derzeit so gering ist, hat also nicht mit der Entdeckung neuer Vorkommen zu tun. Die Teilnehmer der diesjährigen Weltgaskonferenz in Buenes Aires gehen davon aus, dass sich der Gaspreis mittel- und langfristig wieder erholen wird. Einer Studie der weltweiten Branchenvereinigung International Gas Union (IGU) zufolge wird der Erdgas-Anteil an der primären Energieversorgung in den kommenden 20 Jahren nochmals zunehmen. Insbesondere sogenannte Schwellenländer wie Indien und China werden angesichts zunehmender ökologischer Probleme den Gas-Anteil im Energiemix erhöhen. Schließlich wird bei der Verbrennung von Erdgas im Vergleich zu Kohle nur halb so viel Kohlenstoffdioxid ausgestoßen und rund 25 Prozent weniger als bei Erdöl. Gas-Reserven reichen noch für mindestens 60 Jahre Die bislang nachgewiesenen Vorkommen reichen noch für rund 60 Jahre. In dieser Prognose sind bislang unbekannte Vorkommen noch nicht einmal berücksichtigt. Zuletzt haben neu entdeckte Vorkommen vor brasilianischen und argentinischen Küsten für Aufsehen gesorgt. Zudem gab es zuletzt große Fortschritte in der Förderung von Gas aus unkonventionellen Quellen. So können beispielsweise bislang unzugängliche, mit festem Schiefer umgebene Gas-Vorkommen dank moderner Techniken nun erschlossen werden. Nicht zuletzt deshalb konnten die Vereinigten Staaten ihre Erdgas-Förderung zwischen Anfang 2007 und Mitte 2008 um 14 Prozent steigern. Gas als „Brückentechnologie“? Mit der neuen US-Regierung sind verbindliche globale Klimaschutzabkommen in greifbare Nähe gerückt. Der Druck auf Regierungen und Unternehmen, umweltschonend zu wirtschaften wird zunehmen. Ob die von Bundeskanzlerin Angela Merkel als "Brückentechnologie" bezeichnete Atomkraft für den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung geeignet ist, wird zu Recht von vielen Umweltorganisationen in Frage gestellt. Da Gas als fossiler Brennstoff endlich ist und Emissionen verursacht, kann auch die Nutzung dieser Ressource nicht mehr sein als eine „Brückentechnologie“. Doch der Betrieb von Gaskraftwerken ist wesentlich ungefährlicher als die atomare Energieproduktion und hinterlässt auch keinen Tausende Jahre lang strahlenden Abfall. Ein weiterer Vorteil von Gas: es ist in Form von Biogas reproduzierbar, klimaneutral und ermöglicht eine unabhängige Energieversorgung. Denn obwohl die Gas-Exportnationen nach wie vor an ihren Bodenschätzen gut verdienen, denken einige schon an die Zeit danach. So sinniert der norwegische Außenminister laut über einen EU-Betritt seines im hohen Maße vom Gasexport abhängigen Landes nach. Denn bereits für kommendes Jahr wird der Höhepunkt der Gasförderung erwartet. Nachvollziehbar - lässt es sich aus einer Position der (wirtschaftlichen) Stärke doch wesentlich besser über einen Beitritt verhandeln.