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Negative Strompreise: Strom verbrauchen und dabei Geld verdienen

Kategorie: Strom

Berlin - Mit dem Ausbau der Windkraft nimmt nicht nur die Stromproduktion, sondern auch der Handel mit der umweltfreundlich erzeugten Energie zu. Schließlich kommt es zu immer stärkeren temporären Überkapazitäten, welche zu einem lebhaften Handel an der Strombörse führen. Der Endverbraucher hat davon gar nichts. Neben der Umwelt können sich auch Händler an der Leipziger Strombörse EEX über die zunehmende Einspeisung von Ökostrom ins Netz freuen. Schließlich kommt es immer häufiger zu Überkapazitäten. Diese führen wiederum zu negativen Strompreisen: wer mit Strom handelt, kann zeitweise Geld verdienen, indem er Strom verbraucht. Negative Strompreise treten vor allem dann auf, wenn viel Strom eingespeist und nur wenig nachgefragt wird. Dies ist vor allem Nachts bei starkem Wind der Fall. Inzwischen produzieren die deutschen Windräder an windigen Tagen mit bis zu 20 Megawatt so viel Strom wie 16 Atomkraftwerke. Weil die Netzbetreiber gesetzlich dazu verpflichtet sind, den Ökostrom abzunehmen, müssen sie die kurzfristig entstehenden Überkapazitäten mangels Speichermöglichkeit verkaufen. Die großen Energieversorger haben sich daher etwas einfallen lassen, um überschüssigen Strom nicht teuer loswerden zu müssen. So verfügt etwa RWE über ein riesiges Pumpspeicherwerk, mit dem innerhalb weniger Minuten zwischen Stromverbrauch und -produktion umgeschaltet werden kann. Dabei werden einfach große Mengen an Wasser mit Hilfe von Pumpen und Generatoren zwischen zwei Wasserbecken in unterschiedlicher Höhe hin- und hertransportiert. Mit diesem Trick muss der Energieversorger nicht mehr für die Stromentsorgung zahlen, sondern kann zu Spitzenzeiten bis zu 500 Euro pro Megawattstunde am Stromverbrauch verdienen. Sobald die Stromnachfrage wieder steigt, können solch flexiblen Anlagen wieder auf Produktion umgestellt werden: das Wasser läuft einfach wieder zurück in das untere Becken. Kraftwerksbetreiber profitieren von Pumpspeicherwerken doppelt und dreifach. Zum einen können sie auf Netzschwankungen kurzfristig reagieren und profitieren daher sowohl an der Stromproduktion wie –verbrauch. Bei konstanter Netzauslastung sparen sie sich zudem das teure Herunterfahren konventioneller Kraftwerke. Wer davon hingegen nichts hat, ist der Endverbraucher. Für das Jahr 2010 haben bereits 139 Stromanbieter Preiserhöhungen angekündigt.