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Hamburg Energie startet mit Strom-Lieferung

Kategorie: Strom

Durch die Energienews der letzten Wochen geisterte immer wieder ein bestimmtes Wort: Rekommunialisierung. Fachzeitschriften wie die Energie & Management titeln in ihren aktuellen Ausgaben auf Seite 1: "Kommunen wachen auf" und die Presse überschlägt sich mit Meldungen über die Stadtwerke, die immer mehr als Konkurrenten der vier großen Energiekonzerne in Deutschland auftreten. Auch die Online-Presse wie z.B. der OnlinePresse.info Pressedienst schreibt über Stromthemen. Denn mit dem Unternehmen Hamburg Energie haben die Stromkunden in Hamburg ab dem heutigen Montag die Möglichkeit zu einem neuen Stromanbieter zu wechseln. Bei Vattenfall gibt man sich hingegen gelassen und bezeichnet den neuen Konkurrenten in der Hansestadt als "nur einen Anbieter mehr", so die Konzern-Sprecherin Sabine Neumann gegenüber der WELT. Vor sieben Jahren entschloss man sich in Hamburg, die HEW (Hamburger E-Werke) an den schwedischen Konzern Vattenfall zu verkaufen. Das brachte der Stadt Hamburg schnelles Geld und den Hamburgern einen stetig steigenden Strompreis. Damit ist Hamburg nicht alleine in Deutschland. Denn in den letzten zehn Jahren wurden immer mehr Stadtwerke den vier großen Konzernen in Deutschland einverleibt. In Berlin war es ebenfalls der schwedische Riese Vattenfall, der den regionalen Stromanbieter BEWAG schluckte. Ausnahmen bestätigen jedoch auch hier die Regel. Bekanntestes Beispiel sind die Münchner Stadtwerke (Stadtwerke München SWM). Dieses kleine gallische Dorf, wie ZEIT Online es erst kürzlich nannte, leistete den "vier Besatzungsmächten", so Münchens OB Ude scherzend über die vier großen Konzerne, Widerstand. Das brachte München lange Jahre viel Häme, aber am Ende sollten die Stadtwerke München recht behalten. Unter der Führung von Geschäftsführer Kurt Mühlhäuser schaffte es die SWM innerhalb weniger Jahre zu einem hochprofitablen Unternehmen mit einem 4,7 Mrd. Euro-Umsatz und einem 250-Mio.-Euro Gewinn zu werden. Doch wie die traurigen Fälle Hamburg und Berlin zeigen ist das "Modell München" ein Einzelfall. Doch was damals geschah, soll nun wieder gutgemacht werden und so schließen landauf landab die Stadtwerke Vertriebspartnerschaften, um sukzessive den Markt zurückzuerobern und zu rekommunialisieren. Ebenso in Hamburg. Bei Hamburg Energie setzt man zudem ausschließlich auf Ökostrom für die Stadt. Daher eröffnet heute neben Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) auch die Umweltsenatorin Anja Hajduk  von der GAL das kommunale Ökostrom-Projekt Hamburg Energie. Mit dem Fokus auf Ökostrom tritt man nicht nur den Konkurrenzkampf gegen den Goliath der Branche Vattenfall an, sondern tritt gleichzeitig auch in Konkurrenz zu dem etablierten Ökostromanbieter aus Hamburg: LichtBlick. Doch Umweltsenatorin Hajduk gibt sich gelassen und meint: "Letztendlich entscheiden die Kunden." Denn von einem weiteren konzernfreien Ökostromangebot in Hamburg können die Stromkunden in Hamburg nur profitieren. Der Tarifo.de Stromvergleich rechnet mit einem harten Wettbewerb in Hamburg. Denn wie ein Stromvergleich zeigt, ringen unzählige Stromanbieter in Hamburg um die Vorherrschaft und drücken gegenseitig die Preise. Ob sich ein Ökostromprodukt in Hamburg auch preislich gegen die Konkurrenz behaupten kann, wird die Zukunft zeigen. Am Trend zur Rekommunialisierung wird das vermutlich aber nichts ändern.