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Wenn das Licht ausgeht: Albtraum Stromausfall

Kategorie: Strom

Ob Kühlschrank, Internet, Computer, Handy oder Ampel - ohne Strom geht in unserer modernen Gesellschaft rein gar nichts. Nicht umsonst wird bei einem Stromausfall auch von einem "Blackout" gesprochen. Doch was passiert, wenn der Totalausfall nicht Minuten oder Stunden, sondern Tage oder gar Wochen andauert? Am Anfang steht die Vergesellschaftung In einem Aufsatz in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) aus dem Jahr 2003 beschreibt der Soziologe Wolfgang Sofsky ein solches Szenario. Morgens nach dem Aufwachen fällt zunächst einmal die Stille auf. Die Radios der Nachbarn bleiben stumm. Zudem ist es ungewohnt dunkel, da auch aus den gegenüberliegenden Fenstern kein Licht kommt. Über Telefon und Handy ist niemand zu erreichen. Elektrizität ermöglichte soziale Beziehungen über große Distanzen. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die Kommunikation: im Hausflur fangen die Menschen an sich zu unterhalten. Die Menschen gehen mit der Erwartung zu Arbeit, dass der Spuk bald vorbei sein dürfte. Doch schon der Weg zur Arbeit verläuft chaotisch: an den Bahnhöfen, Bushaltestellen und U-Bahnstationen herrscht großes Durcheinander. Es gibt keine Lautsprecher-Durchsagen oder Anzeigetafeln die über Ersatzfahrpläne informieren könnten. Folglich kommen viele wenn überhaupt verspätet zur Arbeit. Viele machen sich spontan zu Fuß auf den Weg, andere halten Autos an. Wildfremde Menschen reden plötzlich miteinander. Sofsky schreibt: "Wenn die Medien fehlen, schlägt die Stunde des Gesprächs. Der Ausfall der Elektrizität wirkt wie ein Treibstoff für spontane Vergesellschaftung." Auswirkungen auf medizinische Versorgung Doch die Folgen einer Welt ohne Strom werden werden dramatischer je länger die Ausnahmesituation andauert. Dies trifft insbesondere auf alle jene zu, die zum Zeitpunkt des Ausfalls im Fahrstuhl stecken oder im Krankenhaus liegen. Zwar verfügen Krankenhäuser über Notfall-Generatoren - sobald diesen aber der Sprit ausgeht, können Intensivstationen und Narkosegeräte in den Operationsräumen nicht mehr arbeiten. In einer Studie aus dem Jahr 2008 gehen Experten davon aus, dass Sicherheit und Grundversorgung der Bevölkerung im Falle eines bundesweiten Stromausfalls nicht aufrecht erhalten werden können. Dem sogenannten Grünbuch zufolge "sind Todesopfer als mittelbare Folge (eines mehrwöchigen und bundesweiten, Anm. d. Autors) Stromausfalls nicht zu vermeiden." Das gesamte Rettungswesen würde seine Funktionen verlieren, weil sämtliche Kommunikationsmittel wie Computer, Telefon, Handy und Funk für Aktivierung und Koordinierung nicht mehr verfügbar wären. Was fast noch beunruhigender ist: die Experten können bislang kein einheitliches Risiko- und Krisenmagement erkennen. Historische Strom-Ausfälle Die großen Stromausfälle der Vergangenheit zeigen die Abhängigkeit moderner Gesellschaften von elektrischer Energie. Im Jahr 2003 führte die Überlastung des maroden Stromnetzes zu einem weitflächigen Stromausfall im Nordosten der Vereinigten Staaten und im Süden Kanadas. Rund 50 Millionen Menschen und 80 Prozent New Yorks mussten zeitweise ohne Strom auskommen. Der Blackout führte jedoch nicht zum befürchteten Anstieg der Kriminalität. Beim sogenannten "Münsterländer Schneechaos" Ende 2005 konnten einige Strommasten das Gewicht des Schnees nicht mehr tragen und brachen zusammen. In über 20 Gemeinden gab es teilweise bis zu vier Tage keinen Strom. Am Abend des 4. Novembers 2006 fiel der Strom in großen Teilen Europas aus. Rund 10 Millionen Haushalte in Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Spanien und Österreich hatten teilweise bis zwei Stunden keinen Strom, nachdem der Energieversorger E.ON eine Hochspannungsleitung abgeschaltet hatte. In Österreich führte dies obendrein zu einer Beeinträchtigung des Schienenverkehrs. Zu Unruhen, Plünderungen oder einem Baby-Boom führte jedoch keiner dieser Fälle.