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Stadtwerke: Kommt nach der Thüga auch die Strompreis-Erhöhung 2010?

Kategorie: Strom

Berlin - Noch zögern die Stromanbieter und Gasversorger die durch die Wirtschaftskrise gebeutelten Verbraucher mit der Ankündigung von Preisanhebungen zu erschrecken. Doch dass die "billig Strom"-Preissenkungspolitik der Energieversorger irgendwann ein Ende nehmen muss, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Das gilt auch für die Stadtwerke. Die Unternehmensberater von Accenture sehen enorme Investitionskosten auf die kommunalen Stromanbieter und Dienstleister zukommen. Dies meldet die Financial Times Deutschland (FTD). Das nötige Geld soll von den Kunden kommen. Doch der Kauf der Thüga zeigt auch alternative Wege auf. Sollte die von der Wirtschafts- und Finanzzeitung zitierte Brancheneinschätzung zutreffen, steht die Energiewirtschaft vor einem Investitionsvolumen von 10,8 Mrd. Euro. Damit soll der Ausbau der Netze, die Netzinstandhaltung und die Gewinnung von Erneuerbarer Energie vorangetrieben werden. Zusätzlich schreibt das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) den Einbau von kostspieligen intelligenten Stromzählern (Smart Meter) in Neubauten vor. Früher als die großen Stromanbieter spüren die kleinen Stadtwerke auch die Folgen der Liberalisierung des Strommarktes. Die erwirtschafteten Gewinne sinken Jahr für Jahr und erschweren die eigenständige Finanzierung ansehender Projekte. Durch Kredite kann in diesem Fall zwar ein kurzfristiger Ausgleich geschaffen werden, doch die durch Kreditzinsen beschleunigte Verschuldung treibt die Stadtwerke in immer größere Not. Als unfreiwilliger Retter, auch für die durch Missmanagement entstandenen Finanzlöcher, müssen wohl die Stromkunden herhalten. "Es besteht definitiv die Möglichkeit, dass im kommenden Jahr die Strom- und Gaspreise steigen", zitiert die FTD Michael Nolte, einen Autoren der Accenture-Studie. Höhere Gas- und Stromtarife sind die Folge. Einen anderen Lösungsansatz bietet die Bündelung von Prozessen durch eine verstärkte Zusammenarbeit der Stadtwerke. Rund 50 Stadtwerken gelang es inzwischen die Thüga-Gruppe aus dem Eon-Konzern herauszukaufen. Die einen begrüßen dieses eindrückliche Beispiel des Trends zur Rekommunalisierung. Kritiker dagegen werden jedoch nicht müde darauf hinzuweisen, dass sich die Kommunen erst durch den leichtfertigen und kurzfristig kalkulierten Verkauf der Stadtwerke in diese Lage brachten. Für die Thüga, die 2008 immerhin einen Umsatz von 16,4 Milliarden erwirtschaften konnte (bei 3,5 Millionen Stromkunden, bzw. 2,9 Millionen Gaskunden), bezahlen die Stadtwerke gemeinsam laut AFP 2,9 Milliarden Euro. Ob das tatsächlich ein Schnäppchenpreis ist, werden die Verbraucher in bälde feststellen (müssen).