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Strommarkt: Von Wettbewerb keine Spur

Kategorie: Strom

Bonn/Berlin - Die Monopolkommission moniert in einer Studie den fehlenden Wettebewerb auf dem Strommarkt in Deutschland. Die Marktmacht einiger weniger Stromproduzierender Konzerne führt zu signifikanten Wettbewerbsproblemen und verhindert günstige Preise für die Stromverbraucher. Die Monopolkommission, ein unabhängiges Gremium, das die Bundesregierung in Fragen der Wettbewerbspolitik und Regulierung berät, bemängelt in einem Sondergutachten die Marktverhältnisse auf dem deutschen Energiesektor. In der heute veröffentlichten Studie „Strom und Gas 2009: Energiemärkte im Spannungsfeld von Politik und Wettbewerb“ (PDF-Link) ist von erheblichen Defiziten die Rede, die einen funktionierenden Wettbewerb sabotieren. Unter anderen Umständen hätte der Strommarkt elf Jahre nach seiner Liberalisierung wesentlich umkämpfter sein können Als Hauptproblem auf dem Strommarkt macht die Experten-Kommission die Konzentration der Stromerzeugung in Deutschland bei wenigen Stromversorgern aus. Die Stromanbieter Vattenfall, E.On, EnBW und RWE dominieren den Markt nach belieben. Für den Gasmarkt gilt das ebenfalls, wobei dort auch fehlende „Zugriffsmöglichkeiten der Wettbewerbs- und Regulierungsbehörden auf die Produktionsstufe“ kritisiert werden. Volkswirt Prof. Dr. Justus Haucup, Vorsitzender der Monopolkommission, fordert daher die Öffnung der Märkte und de[n] Abbau von strukturellen Markteintrittsbarrieren“. Auf diesen Weise erhoffen sich die Experten einen gesunden Wettbewerb der Stromanbieter. Die Setzung der notwendigen Rahmenbedingungen erwartet die Kommission von Seiten der Politik. Andernfalls hätten Investoren und potentielle Wettbewerber weiterhin kaum Anreiz an der Situation etwas zu ändern. Diese Einschätzung Einschätzung teilt auch der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne), der sich seit Jahren dafür einsetzt, den großen Stromanbietern Konkurrenz zu verschaffen. Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (bdew) fordert in einer ersten Stellungnahme die Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen. Mit zunehmendem Wettbewerb, dürfen sich Stromverbraucher auf erheblich günstigere Strom-Preise einstellen, die dann aus dem Stromvergleich hervorgehen. Bezüglich des Gasmarktes hält Haucap die Bindung von Gaspreis und Ölpreis für wichtig, schreibt heute.de. Eine Abschaffung der Kopplung würde demnach nicht zwingend zu sinkenden Gaspreisen führen. Da die Konzentration auf dem Gasmarkt wesentlich ungünstiger für die Verbraucher sei, wäre mitunter eine Preiserhöhung möglich.