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"Hamburg Energie" und die Rückkehr der Kommunen

Kategorie: Strom

E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW bekommen immer größere Konkurrenz. Ab Herbst wird auch Hamburg mit „Hamburg Energie“ wieder einen kommunalen Energieversorger haben. Damit liegt die Hansestadt voll im Trend. Weil vielerorts die Konzessionen für die Gas- und Stromnetze neu vergeben werden, schlägt nun die Stunde der Kommunen. Hamburg Energie als Alternative zu Vattenfall Das ohnehin schon angeschlagene Image des schwedischen Energieversorgers Vattenfall hat unter den erneuten Störfällen im Atomkraftwerk Krümmel nochmals gelitten. So stellte vor kurzem sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel das Krisenmanagement des Unternehmens in Frage. Der Abschied vom laut Greenpeace klimaschädlichsten Stromerzeuger Deutschlands dürfte vielen Hamburgern daher nicht sehr schwer fallen. Nicht umsonst soll der Strom von „Hamburg Energie“ zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Hamburg Energie dank auslaufender Konzessionsverträge Doch es ist nicht nur die Schwäche vom derzeitigen Grundversorger Vattenfall, welche die Gründung von Hamburg Energie begünstigt. In ganz Deutschland laufen zur Zeit die Konzessionen für die Strom- und Gasnetze aus. So wurden allein in diesem Jahr mehr als 700 Konzessionsverträge neu ausgeschrieben. Auch wenn längst nicht alle Kommunen ihre Netze kommunalen Unternehmen überlassen werden – der Druck auf die großen Versorger wird zunehmen. Hamburg Energie liegt im Trend Zudem gründen Hamburg und andere Städte wieder eigene Stadtwerke, um ihren verlorenen Einfluss auf die Energieversorgung zurück zu gewinnen. Schließlich haben viele Kommunen die schmerzhafte Erfahrung machen müssen, dass die Liberalisierung städtischer Infrastruktur oftmals eben nicht zu sinkenden Verbraucherpreisen führt. Dabei ist Hamburg Energie nur ein Beispiel unter vielen. In Potsdam haben sich nach der Privatisierung der Wasserwerke die Wasserpreise verdoppelt. Daraufhin hat die Stadt den Vertrag mit dem Versorger Eurowasser gekündigt. Auch kleine Kommunen haben aus den Privatisierungen gelernt. Im Süden der Republik haben sich im vergangenen Jahr mehrere Gemeinden zusammengeschlossen und das regionalwerk Bodensee gegründet. Dem Unternehmen zufolge sind „Unternehmensstrategie und unternehmerisches Handeln in erster Linie an bürgerschaftlichen Interessen und Bedürfnissen orientiert.“ Hamburg Energie könnte erst der Anfang sein Ob Hamburg Energie oder regionalwerk Bodensee – der Energiemarkt wird durch das Auftreten neuer Energie-Anbieter kräftig in Bewegung geraten. Nicht zuletzt aufgrund der angespannten Finanzlage vieler Städte können die großen Versorger zwar damit rechnen, auch weiterhin Marktführer zu bleiben. Die Entwicklung der letzten Monate zeigt aber, dass viele Menschen durchaus bereit sind für kommunalen Strom mehr zu zahlen. Allein in den kommenden drei Jahren werden bundesweit mehr als 1.000 Stromkonzessionen auslaufen.