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Windenergie mit viel Luft nach oben

Kategorie: Strom

Cambridge, USA/Hamburg - Berechnungen von Harvard-Wissenschaftlern zufolge könnte ein weltweites Netz von Windkraftanlagen den globalen Energiebedarf problemlos gewährleisten. Wie auf dem Gasmarkt auch, genießt demnach Russland enorme Standortvorteile, aber allein mit entsprechenden Windkraftwerken in den USA könnte der heutige Strom-Bedarf um das 16-fache gedeckt werden. Mehrere Wissenschaftler um Harvard-Professor Michael B. McElroy in Cambridge, USA setzten sich mit den Potentialen der Windenergie auseinander. Das Ergebnis der Forschung ist nun als Aufsatz in der neuesten Ausgabe des Fachmagazins „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) nachzulesen. Darin kommen die Experten zum Schluss, dass ein Netzwerk von 2,5-Megawatt (MW)-Windkraftanlagen bei einer Auslastung von nur 20 Prozent, mehr als das 40-fache des gegenwärtigen Stromverbrauchs decken könne. In einem Modell unterteilten die Wissenschaftler die globale Landmasse in 66,7 x 50 km große Flächen. Bewohnte oder verschneite Gebiete und Wälder wurden ausgenommen. Küstengebiete in 50 Meilen Entfernung, die nicht tiefer als 200 Meter abfallen, nahmen die Forscher hinzu. Das flächenmäßig größte Land der Erde - Russland - birgt unter den aktuellen meteorologischen Bedingungen ein Windpotential von 140.000 Terawattstunden (TWh - das sind 140.000.000.000.000 kWh). In der Rangliste folgen Kanada (99.000TWh) und die USA (89.000 TWh). Im Vergleich dazu wirkt der errechnete Windstrom für Deutschland mit 4.100 TWh geradezu vernachlässigbar. Doch das kleine Land der Dichter und Denker könnte so mit Links ein Viertel des weltweiten Strombedarfs des Jahres 2006 erfüllen. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) lag im Jahr des deutschen Fußball-Sommermärchens der globale Stromverbrauch bei „nur“ 15.666 TWh, gerade einmal 1,2 Prozent des errechneten Potenzials. Auf einen Schlag würden mit Umsetzung des Modells sämtliche Alternativen der Energiegewinnung überflüssig. Die Energieprobleme der Menschheit wären gelöst. Sicherlich, es ist nur eine Modellrechnung, doch der Erkenntnis-Gewinn aus der Theorie sollten einige Diskussionen um erneuerbare Energien und Stromgewinn nach sich ziehen. Auch wenn die vollständige Realisierung des Aufsatzes nahezu unmöglich ist. Befürwortern des zunehmend in die Kritik geratenen Atomstroms dürfte dadurch auf alle Fälle gehörig Wind aus den Segeln genommen werden. Für Ökostrom-Anbieter wie Lichtblick in Hamburg dagegen sind diese Forschungsergebnisse sicher eine willkommene Bestätigung.