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Andasol 1: Offizieller Start für nachtaktives Solarkraftwerk

Kategorie: Strom

Aldeire, Spanien/Erlangen - Zum 1. Juli nahm in der Provinz Granada in Andalusien das weltgrößte Solarkraftwerk nun auch offiziell den Betrieb auf. Bereits seit Ende 2008 befand sich die "Andasol 1"-Anlage im Testbetrieb. Bei einer Einsparung von ca. 150.000 Tonnen Kohlendioxid, im Vergleich zu einem modernen Steinkohlekraftwerk, erwarten die Betreiber des ersten Parabolrinnen-Kraftwerks Europas Strom für bis zu 200.000 Menschen. Der Clou: Die Anlage liefert bis zu 7,5 Stunden nach Sonnenuntergang klimafreundlichen Strom. So reizvoll die Solarstrom-Technik bislang auch war, stets haftete ihr ein nicht unwesentlicher Makel an: sobald die Sonne verschwindet, liefern die Anlagen auch kein Strom mehr. Dabei stellt eine Regenwolke noch kein erhebliches Problem dar. Vielmehr führt jeder Sonnenuntergang Tag für Tag die Grenzen der Stromgewinnung vor Augen. Eine Lösung des Problems bietet die "Andasol 1"-Anlage in der spanischen Provinz Granada. In der Mitte des 2 Quadratkilometer großen Solarfeldes befindet sich ein Wärmespeicher. Dieser besteht aus zwei Tanks in Höhe von 14 Metern bei einem Durchmesser von 36 Meter und enthält 28.500 Tonnen Flüssigsalz. Wenn in der Mittagszeit mehr Strom-Energie gewonnen werden kann, als es die Netz-Kapazitäten zur Weiterleitung zulassen, erhitzt die überschüssige Energie das Salz auf bis zu 390 Grad Celsius. Die gespeicherte Wärme garantiert die volle Leistung von 50 Megawatt für 7,5 Stunden nach Sonnenuntergang. Dies ermöglicht dem solarthermischen Kraftwerk auch Nachts die Stromversorgung von 200.000 Menschen – was etwa der Einwohnerzahl von Mainz oder Rostock im Jahr 2007 entspricht. Am Tag bündeln 600 Parabolrinnen-Kollektoren die Sonnen-Energie in Richtung spezieller Absorberrohre, durch die ein Thermo-Öl fließt. Natürlich folgen die Kollektoren (je 150 m lang und 5,7 m breit, ergibt insgesamt eine Kollektoren-Fläche von mehr als 510.000 Quadratmeter, d.h. 70 Fußballfelder) dem Verlauf der Sonne. Das Öl erhitzt sich dann auf knapp 400 Grad Celsius und leitet die Hitze an einen dampferzeugenden Wärmeübertrager. Der Dampf wiederum treibt eine Turbine an, welche an einen Generator gekoppelt Strom erzeugt. Noch in diesem Jahr soll "Andasol 2" bei einer Leistung von ebenfalls 50 Megawatt ans Netz gehen. Anfang 2011 folgt mit "Andasol 3" die letzte Solaranlage, die die Leistung insgesamt auf 540 GWh Strom im Jahr Jahr summiert. Die Kosten der Anlage belaufen sich laut Handelsblatt auf rund 300 Millionen Euro. Unterstützt wird das Projekt, an dem auch die Solar Millenium AG aus Erlangen beteiligt ist, durch Fördermittel der Europäischen Union. Somit ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Unabhängigkeit vom Atomstrom erreicht. Wer auf erneuerbare Energie setzt wird auch bei unserem Tarifvergleich fündig (z.B. Stromvergleich in Hamburg). Hierzu einfach die Öko-Strom-Option aktivieren.