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Gaspreise werden wieder steigen

Kategorie: Strom

Seit einigen Wochen ist folgender Trend zu beobachten: während Rohöl wieder teurer wird, sind die Gaspreise weiter auf Talfahrt. So ist Erdgas in den vergangenen elf Monaten über 70 Prozent billiger geworden. Doch Experten gehen davon aus, dass der Gaspreis demnächst wieder steigen wird. Die Ursachen der aktuellen Gaspreis-Entwicklung liegen auf der Hand: die aktuelle globale Wirtschaftskrise hat dazu geführt, dass insbesondere die Erdgas-Nachfrage seitens der Industrie abgenommen hat. Zusätzlich führen auch die milden Temperaturen dazu, dass die Gasspeicher 22 Prozent stärker gefüllt und dass Erdgas-Lieferungen seit Jahresbeginn um etwa 30 Prozent billiger geworden sind. Analysten gehen aber davon aus, dass die Gaspreise wieder anziehen. Laut einer Bloomberg-Umfrage unter Energiemarkt-Experten wird Gas im zweiten Halbjahr um bis zu 38 Prozent teurer. Der Preis für Rohöl wird demnach nur um 22 Prozent zulegen. Der Preisabstand zwischen Rohöl und Erdgas ist derzeit mehr als doppelt so groß wie in den vergangenen zehn Jahren. Weil die Zahl aktiver Erdgas fördernder Bohrinseln abnimmt, kommt es nun zu einer drastischen Reduzierung des Angebots. Um die Preise auf dem Ölmarkt zu stabilisieren, hat die OPEC die Fördermenge gedrosselt. Und das mit Erfolg: der Ölpreis ist seit Jahresbeginn um 54 Prozent gestiegen. Die Koppelung des Gaspreises an den für Erdöl wird dafür sorgen, dass Gas in naher Zukunft wieder teurer wird. Derweil schmälert der Preisverfall die Gewinne der großen Energieversorger nur kurzfristig. Das an Rohstoffen reiche und von dessen Exporten abhängige Russland sieht sich angesichts der Krise zunehmend zu Kooperationen mit ausländischen Energie-Unternehmen gezwungen. Der russische Staatskonzern Gazprom hat aufgrund der niedrigen Energiepreise hohe Verluste hinnehmen müssen und ist zunehmend auf finanzstarke Partner angewiesen. Der zweitgrößte deutsche Strom- und Gasversorger RWE möchte nun die Gelegenheit nutzen und in den russischen Markt einsteigen. Entsprechende Verhandlungen laufen schon. Der Konkurrenz ist dies bereits gelungen: E.ON hat sich vor wenigen Tagen erst knapp ein Viertel an einem der weltweit größten Gasfelder sichern können.