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Stromkosten: Zusammensetzung der Netzentgelte soll transparenter werden

Kategorie: Strom

Die EEG-Umlage hat in den vergangenen Jahren erheblich zu einem Anwachsen der Strompreise beigetragen, weshalb ihr Einsatz zunehmend kritisch betrachtet wird. Weit mehr, als für die umstrittene Ökostrom-Umlage, zahlen Verbraucher aber jährlich für die Benutzung der Stromnetze. Bis zu 340 Euro muss ein Durchschnitts-Haushalt für die sogenannten Netzentgelte aufbringen. Dabei ist nicht einmal klar, wie genau diese hohen Kosten zustande kommen, wie Verbraucherschützer kritisieren. Nun fordern sie Einblick in die Kostenstruktur der Netzbetreiber und eine rasche Begrenzung des Kostenanstiegs. Stromkosten: Zusammensetzung der Netzentgelte soll transparenter werden

Netzentgelte kosten je nach Wohnort zwischen 166 und 341 Euro im Jahr

Die Höhe der Netzentgelte fällt je nach Region stark unterschiedlich aus. Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, reicht die Preisspanne für Stromverbraucher je nach Wohnort von gerade einmal 2,5 Cent pro Kilowattstunde bis hin zu fast 10 Cent pro Kilowattstunde. So muss ein Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden in Bremen gut 166 Euro im Jahr für die Begleichung der Netzentgelte aufbringen. In Brandenburg kostet die Benutzung des Stromnetzes einen gleichgroßen Haushalt 341 Euro. Angesichts dessen fordern der Verbraucherzentrale Bundesverband, der Bundesverband Energiewirtschaft und der Stromanbieter Lichtblick nun Einblick in die Zusammensetzung der Netzentgelte sowie eine Begrenzung ihres kontinuierlichen Anstiegs. Es könne nicht sein, dass Energiekunden jedes Jahr Milliarden zahlen würden, ohne zu wissen, wofür das Geld genau verwendet werde, wie der Bundesverband Energiewirtschaft in einer Pressemitteilung vom Donnerstag schreibt. Abgesehen von der je nach Region stark unterschiedlichen Höhe der Netzentgelte würden diese oft geradezu sprunghaft von einem Jahr zum anderen erhöht, beispielsweise wenn größere Projekte in Rechnung gestellt würden.

Netzentgelte könnten möglicherweise künstlich nach oben getrieben werden

Die Höhe der Netzentgelte wird jedes Jahr von der Bundesnetzagentur und den Landesbehörden bestimmt – wie genau ist jedoch unklar. Ingmar Streese, Leiter des Geschäftsbereichs Verbraucherpolitik beim Verbraucherzentrale Bundesverband, wirft den zuständigen Behörden eine große Intransparenz vor. Wer sich über die genaue Zusammensetzung der Netzentgelte erkundige, bekäme nur geschwärzte Papiere zu sehen. Die Verteilernetzbetreiber gäben die zur Berechnung der Netzentgelte angesetzten Kosten unter Berufung auf ihr Geschäftsgeheimnis nicht an. Da die Netzbetreiber aber Monopolisten seien, sei dieses Argument fragwürdig, wie die Mitteldeutsche Zeitung schreibt. So gehen die Kritiker davon aus, dass die Angaben der Netzbetreiber möglicherweise nicht exakt von der Bundesnetzagentur geprüft und die Kosten so künstlich nach oben getrieben werden könnten.