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Strompreise für Privathaushalte liegen 375 Prozent höher als Industrie-Strompreise

Kategorie: Strom

In keinem anderen europäischen Land liegen die Strompreise für Verbraucher und die Industrie so weit auseinander, wie in Deutschland. Während eine Kilowattstunde Strom für europäische Privathaushalte im Schnitt doppelt so viel kostet, wie eine Kilowattstunde für industrielle Betriebe, müssen deutsche Verbraucher im Vergleich zur Industrie fast das Vierfache für ihren Strom bezahlen. Die Strompreise für Verbraucher in Deutschland sind im europäischen Vergleich am zweithöchsten, während die Stromkosten der Industrie sogar unter dem EU-Durchschnitt liegen.

Strompreise für Privathaushalte liegen 375 Prozent höher als Industrie-Strompreise Geldscheine

Stromkosten in Deutschland über die Hälfte von Umlagen und Abgaben bestimmt

Eine Kilowattstunde Strom kostet Privatverbraucher in Deutschland im Schnitt gut 375 Prozent mehr, als industrielle Betriebe. In keinem anderen europäischen Land ist der Unterschied zwischen Industrie- und Verbraucher-Strompreisen so hoch, wie in der Bundesrepublik. Um die Wirtschaft im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu lassen, gelten für energieintensive Betriebe in vielen europäischen Ländern Ausnahmeregelungen für die Begleichung der Stromkosten. Abgesehen von Malta müssen Verbraucher in allen europäischen Ländern für die teilweise umfangreichen Ausnahmeregelungen der Industrie aufkommen und einen Teil ihrer Stromkosten übernehmen. Im Schnitt kostet Strom für europäische Verbraucher gut doppelt so viel, wie für die Industrie. In Deutschland können sich energieintensive Unternehmen teilweise von der Zahlung der EEG-Umlage zur Finanzierung des Ökostrom-Ausbaus befreien lassen. Diese ist in den letzten Jahren stark angestiegen, sodass staatlich bestimmte Umlagen und Abgaben in Deutschland mit am höchsten in ganz Europa sind. Während der Strompreis in Großbritannien nur zu rund 16 Prozent von staatlichen Abgaben bestimmt wird, sind es hierzulande mittlerweile 52 Prozent. Mit 57 Prozent ist der Anteil von Umlagen, Steuern oder Netzentgelten nur in Dänemark noch höher, als in der Bundesrepublik. Diese Unterschiede schlagen sich auch auf den Strompreis nieder, sodass die Dänen mit 30,7 Cent pro Kilowattstunde europaweit am meisten für ihren Strom zahlen müssen, dicht gefolgt von deutschen Verbrauchern, die eine Kilowattstunde Strom im Schnitt 29,5 Cent kostet.

Strompreise für Verbraucher steigen, während Industrie-Strompreise sinken

Die Strompreise für die Industrie in Deutschland liegen hingegen nur bei durchschnittlich 8,1 Cent pro Kilowattstunde und damit unter dem europäischen Durchschnitt von 8,9 Cent/kWh. Im Gegensatz zu den Strompreisen für Privatverbraucher sind die Kilowattstunden-Preise für Betriebe in den vergangenen Jahren sogar gesunken. So mussten deutsche Unternehmen im Jahr 2010 noch 9,6 Prozent mehr für ihren Strom zahlen, als heute. Auch im europäischen Durchschnitt sind die Strompreise für Konzerne in den letzten fünf Jahren gefallen, von im Schnitt 9,1 auf 8,9 Cent pro Kilowattstunde. Privathaushalte müssen hingegen immer tiefer in die Tasche greifen, um ihre Stromkosten zu begleichen. Für sie haben sich die Strompreise im europäischen Durchschnitt von 16,7 Cent pro Kilowattstunde in 2010 auf 20,8 Cent pro Kilowattstunde in 2015 erhöht, wie das Nachrichtenmagazin n24 am Samstag berichtete. Bild: Geldscheine von Maik Meid, CC BY – bearbeitet von Tarifo.de