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Klimaschutz-Vertrag: Vereinte Nationen beschließen Kyoto-Nachfolge in Paris

Kategorie: Strom

Nachdem die zweiwöchigen Verhandlungen der Vereinten Nationen um einen Tag verlängert worden waren, konnten sich die Vertreter der UN am Samstag auf ein Abkommen zum Klimaschutz einigen. Nahezu alle Staaten der Welt haben beim Klimagipfel in Paris einem neuen Klimaschutz-Vertrag als Nachfolge des auslaufenden Kyoto-Protokolls zugestimmt. Regierungschefs freuten sich angesichts dessen über eine „Weichenstellung der Welt in Richtung Energiewende“ und auch Umweltschützer nahmen das Abkommen überwiegend positiv auf – auch wenn sie sich über mehr Verbindlichkeit in der Umsetzung der Vorgaben gefreut hätten.

Klimaschutz-Vertrag: Vereinte Nationen beschließen Kyoto-Nachfolge in Paris Polar Bears near the North Pole

Klima-Abkommen: Erderwärmung soll auf zwei Grad begrenzt werden

Paris scheint gehalten zu haben, was weit im Voraus versprochen und von Vielen bezweifelt worden war: Aus dem Klimagipfel in der Französischen Hauptstadt geht das erste für alle 195 Teilnehmer-Staaten verpflichtende Weltklima-Abkommen hervor, das das 1997 beschlossene Kyoto-Protokoll ablösen soll. Die Umweltschutzorganisation WWF spricht von einem „Meisterstück der Klimadiplomatie“ und freut sich über „transparente Ziele und Regeln, um den Klimawandel zu bekämpfen“, wie Regine Günther, Generaldirektorin Politik und Klimaschutz beim WWF Deutschland betonte. Mit der Vereinbarung, die globale Klimaerwärmung auf weit unter 2 Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen, folge das Abkommen den Vorgaben der Wissenschaft. Der Abbau von Treibhausgasen soll zukünftig zudem Aufgabe aller Staaten und nicht nur der Industrienationen sein. In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts sollen nicht mehr Treibhausgase ausgestoßen werden, als an anderer Stelle, beispielsweise durch Neupflanzungen von Wäldern, neutralisiert werden können. Die nationalen Klimaziele soll weiterhin jedes Land selbst festlegen. Ab 2020 müssen die Vertragsstaaten aber alle fünf Jahre neue Klimaschutzpläne vorlegen, die „so ambitioniert wie irgend möglich sein müssen“, wie Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) betonte. Darüber hinaus verpflichteten sich die Länder dazu, über ihre Emissionen zu berichten, damit die Fortschritte nicht nur auf dem Papier geschrieben sind, sondern auch der Realität entsprechen.

Umweltschützer freuen sich über „starkes Signal“ zur Abkehr von fossilen Energieträgern

Nach der Einigung auf das Klima-Abkommen am Samstagnachmittag zeigten sich die beteiligten Politiker erfreut über die Ergebnisse. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von einem „monumentalen Erfolg für die Völker des Planeten“. US-Präsident Barack Obama betonte, dass der Vertrag die beste Chance sei, den einen Planeten zu retten, den die Menschheit hätte. US-Außenminister John Kerry versicherte darüber hinaus, dass das Klimaschutz-Abkommen eine „Botschaft an die internationalen Märkte“ sende und für vermehrte Investitionen in erneuerbare Energien sorge. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einer „echten Weichenstellung der Welt in Richtung Energiewende“. Auch Umweltschützer werteten den Vertrag überwiegend positiv, sprachen von einem „starken Signal“ zur Abkehr von fossilen Energieträgern wie Kohle oder Gas. Nichtsdestotrotz hätten sie sich über konkretere Verpflichtungen für die einzelnen Staaten sowie über eine stärkere Unterstützung von Entwicklungsländern gefreut, wie Christoph Bals von Germanwatch gegenüber Spiegel Online betonte. Bild: Polar Bears near the North Pole von Christopher Michel, CC BY – bearbeitet von Tarifo.de