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Klimaschutz-Konferenz in Paris: Länder setzen sich im Vorfeld ehrgeizige Ziele

Kategorie: Strom

Am Montag beginnt der Weltklimagipfel der Vereinten Nationen in Paris. Kurz zuvor hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die UN in einer Videoansprache zur Vereinbarung verbindlicher CO2-Grenzen aufgerufen, um das gesetzte 2-Grad-Ziel noch zu erreichen. Auch andere Staatschefs haben kurz vor Beginn der Konferenz, bei der ein Nachfolgevertrag für das auslaufende Kyoto-Protokoll beschlossen werden sollen, ihre Klimaschutzziele bekannt gegeben. Neben den USA und China hat sich Gastgeberland Frankreich ehrgeizige Ziele zum Schutz des Klimas gesetzt, mit denen allerdings nicht alle im Land einverstanden sind.

Klimaschutz-Konferenz in Paris: Länder setzen sich im Vorfeld ehrgeizige Ziele united nations flag

CO2-Ausstoß soll verbindlich begrenzt werden

„Verbindlich verabredete Folgeprozesse“ zur Begrenzung der Klimaerwärmung – kurz vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Paris vom 30. November bis 11. Dezember 2015 hat „Klimakanzlerin“ Angela Merkel die Vereinten Nationen auf Verbindlichkeit bezüglich der Begrenzung des CO2-Ausstoßs eingestimmt. Nachdem bei der letzten Konferenz in Kopenhagen im Jahr 2009 lediglich ein unverbindlicher Minimalkonsens geschlossen wurde, haben sich die Staats- und Regierungschefs für Paris hohe Ziele gesteckt. Das 1997 geschlossene Kyoto-Protokoll, das 2020 ausläuft, soll von einem in Paris beschlossenen Nachfolgeabkommen abgelöst werden. Tatsächlich kamen im Vorfeld der Pariser Konferenz wohlwollende Signale verschiedener Länder. Neben Angela Merkel, die auf die Einhaltung des 2-Grad-Ziels pochte und Deutschlands Fortschritt im Bereich des Ökostrom-Ausbaus betonte, haben auch die USA, China und Frankreich neue Klimaschutz-Ziele bekannt gegeben. So hat China im Vorfeld der UN-Klimakonferenz zum ersten Mal überhaupt eine Senkung klimaschädigender CO2-Emissionen zugesagt. Auch die USA wollen sich am internationalen Kampf gegen den Klimawandel in Zukunft stärker als bisher beteiligen. Klimakonferenz-Gastgeber Frankreich will durch umfangreiche Maßnahmen als gutes Vorbild im Rahmen der Konferenz im eigenen Land vorangehen. So will Frankreich seine CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 um drei Viertel senken. Der Energieverbrauch soll im selben Zeitraum halbiert werden. Der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix soll auf 32 Prozent ansteigen, der Anteil fossiler Energien gleichzeitig um gut ein Drittel sinken. Zudem soll der Anteil von Kernenergie am französischen Strommix von aktuell 75 Prozent bis 2025 auf 50 Prozent reduziert werden.

Atomenergie: Frankreichs Atomlobby kämpft gegen Atomstrom-Reduktion

Insbesondere der Plan der französischen Regierung, den Anteil von Atomkraft zu reduzieren, stößt allerdings auf einigen Widerstand. Kritiker verweisen auf die vergleichsweise gute CO2-Bilanz Frankreichs, die auch der Atomkraft zu verdanken sei. Laut Eurostat wurden in Frankreich im Jahr 2012 gut 5,7 Tonnen CO2 pro Kopf emittiert. In Deutschland war es mit gut 10 Tonnen pro Kopf doppelt so viel. Auf dieses Argument stützt sich auch die Atomlobby im Kampf gegen die Pläne von Frankreichs Präsident François Hollande. So betont die französische Gesellschaft für Atomenergie, SFEN, dass für die jährliche Stromversorgung eines Durchschnitts-Haushalts sieben Gramm Uran notwendig seien, oder aber 819 Kilogramm Öl oder 1.100 Kilogramm Kohle. Die Regierung lässt sich von solchen Zahlen aber aber nicht beeindrucken. So will die Pariser Stadtverwaltung ab Januar 2016 nur noch Ökostrom nutzen. Wie genau dieses Ziel langfristig umgesetzt werden soll, ist aber offen. Nichtsdestotrotz kommt im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Paris Bewegung in die internationale Klimapolitik. Es bleibt abzuwarten, ob die ehrgeizigen Ziele auch zu produktiven Ergebnissen bei den Pariser Verhandlungen führen werden. Bild: united nations flag von sanjitbakshi, CC BY – bearbeitet von Tarifo.de