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Energiewende: Deutschlands Braunkohle-Ära soll in 20-25 Jahren beendet werden

Kategorie: Strom

Am Montag beginnt die Welt-Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Paris. Deutschland steht mit seinem zügigen Ausbau erneuerbarer Energien zwar vergleichsweise gut dar. Den CO2-Ausstoß hat die Bundesrepublik bislang aber nicht in dem Maße reduzieren können, wie ursprünglich geplant. Um die CO2-Emissionen doch noch zu senken, hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) eine unvorhergesehene Wende in der deutschen Energiepolitik angedeutet: Noch in der laufenden Legislaturperiode könnte ein Ausstieg aus der Kohlekraft organisiert werden. In 20 bis 25 Jahren sei ein Kohleausstieg ohne Strukturbrüche in den Revieren umsetzbar.

Energiewende: Deutschlands Braunkohle-Ära soll in 20-25 Jahren beendet werden Wolkenfabrik

Kohleausstieg soll nach Pariser Klimakonferenz geplant werden

Trotz des schnell wachsenden Anteils erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Deutschland wird in Braun- und Steinkohlekraftwerken mit gut 40 Prozent noch immer einen Großteil des Stroms produziert. Da Kohleverstromung durch ihren hohen CO2-Ausstoß aber als besonders klimaschädigend gilt, fordern Umweltschützer seit langem, nach dem Atomausstieg auch den Ausstieg aus der Kohlekraft zu wagen. Angesichts des kürzlich von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) beschlossenen Plans, alte Kohlekraftwerke in eine bezahlte Kapazitätsreserve zu überführen, anstatt sie komplett vom Netz zu nehmen, kommt eine aktuelle Ankündigung der Bundesumweltministerin für viele sehr überraschend. Wenige Tage vor Beginn der Klimakonferenz in Paris erwägt die deutsche Bundesregierung scheinbar, noch in der laufenden Legislaturperiode einen Ausstieg aus der Kohlekraft zu organisieren. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte in Berlin, dass ein Abschied von klimaschädigender Kohle in einem Zeitraum von 20 und 25 Jahren machbar sei, ohne Strukturbrüche in den Revieren herbeizuführen. Hendricks warb für eine nationale Kohle-Einigung, an der auch die Kohlebranche beteiligt werden müsste. Gespräche über einen möglichen Kohleausstieg sollten direkt nach dem Pariser Klimagipfel begonnen und möglichst noch vor der nächsten Bundestagswahl 2017 abgeschlossen werden.

Umweltministerin sollte ihren Worten Taten folgen lassen

Fünf der zehn klimaschädlichsten Kraftwerke Europas stehen in Deutschland. Bei der Verbrennung von Braunkohle zur Stromerzeugung entsteht besonders viel klimaschädigendes CO2. Um die von der Bundesregierung gesetzten Ziele zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen noch zu erreichen, sind umfangreiche Maßnahmen gefordert. Der nun von Hendricks vorgeschlagene Kohleausstieg ist laut Umweltschützern ein Schritt in die richtige Richtung. Die Opposition im Bundestag forderte Hendricks allerdings auf, ihren Worten auch Taten in Form eines Gesetzes folgen zu lassen. Bislang sei Hendricks vor allem eine „Ankündigungsministerin“ gewesen, aus deren Worten nichts entstand. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sowie die Bergbau Gewerkschaft IG BCE kritisierten den Vorstoß Hendricks. Die Ministerin habe im Alleingang entschieden. Zudem handle es sich um puren Aktionismus. In den großen deutschen Braunkohlerevieren im Rheinland, in der Lausitz und im Großraum Halle/Leipzig hängen insgesamt gut 20.000 Arbeitsplätze direkt von der Braunkohle ab. Die Braunkohle-Branche warnte daher in Bezug auf einen möglichen Kohle-Ausstieg stets vor einem drohenden massiven Arbeitsplatzverlust. Bild: Wolkenfabrik von Mike Macke, CC BY - bearbeitet von Tarifo.de