Kostenlose Hotline
Finde den günstigsten Tarif
Bis zu 900 € sparen

Ökostrom-Ausbau-Potentiale laut Studie kontinuierlich von IEA untergraben

Kategorie: Strom

Eine aktuelle Studie der Berliner Energy Watch Group in Zusammenarbeit mit der Lappeenranta University of Technology, Finnland, legt nahe, dass die Internationale Energieagentur (IEA) die weltweiten Potentiale für den Ausbau erneuerbarer Energien in den letzten Jahren kontinuierlich unterschätzt hat. So seien die Möglichkeiten von Solar- und Windenergie im letzten Jahrzehnt untergraben worden, während fossilen Energieträgern in „nicht nachvollziehbarer Weise“ Bedeutung zugetragen worden sei.

Ökostrom-Ausbau-Potentiale laut Studie kontinuierlich von IEA untergraben Wind Energy

Erneuerbare Energien: IEA prognostiziert kein weiteres Wachstum

In der am Dienstag vorgestellten Studie der Energy Watch Group wird der Internationalen Energieagentur (IEA) vorgeworfen, in ihrem jährlichen World Energy Outlook (WEO) realitätsferne Prognosen zum Ökostrom-Ausbau getroffen zu haben. Zwischen 1994 und 2014 habe die IEA regelmäßig irreführende Schätzungen zu Photovoltaik- und Windenergie abgegeben. Dabei habe der jährlich erscheinende WEO großen Einfluss auf die energiepolitischen und ökonomischen Entscheidungen von Regierungen weltweit. Die Forscher der Energy Watch Group folgern aus ihren Untersuchungsergebnissen, dass sich die IEA „jahrelang der globalen Energiewende in den Weg gestellt“ habe. Die falschen Aussagen des World Energy Outlook hätten zu hohen Investitionen in konventionelle Kraftwerke und Atomenergie geführt, wodurch weltweit die Entwicklung regenerativer Energien behindert und der globale Kampf gegen den Klimawandel untergraben worden sei. In ihren Vorwürfen bestätigt fühlen sich die Wissenschaftler rund um den Energy-Watch-Group-Präsidenten und ehemaligen Bundestagsabgeordneten Hans-Josef Fell zudem durch das Festhalten der IEA an einer zukünftig linearen Wachstumskurve erneuerbarer Energien, obwohl Solar- und Windkraft in den letzten Jahren exponentiell gewachsen sind. Dass die IEA davon ausginge, dass es in den kommenden Jahren kein Wachstum in den jährlichen Installationen von erneuerbaren Energien gäbe, sei nicht verständlich. Darüber hinaus ginge der WEO nach wie vor von einem jährlichen Wachstum der Atomkraft von rund 10 Gigawatt in den nächsten zehn Jahren aus, obwohl der Anteil von Kernenergie im letzten Jahrzehnt rückläufig war.

Internationale Energieagentur: Abhängigkeiten sollten geprüft werden

Laut World Energy Outlook soll der Anteil erneuerbarer Energien am globalen Energieverbrauch bis 2030 auf nur 14 Prozent angestiegen sein. Angesichts der durchschnittlichen Wachstumsraten in diesem Bereich in den letzten 20 Jahren gehen die Experten der Energy Watch Group aber von einem Ökoenergie-Anteil von etwa 60 Prozent aus. Das Unterschätzen von erneuerbaren Energien im WEO führe zu “fatalen Fehlprognosen“, wie Christian Breyer, Hauptautor der Studie, kritisierte. Die strukturellen Fehler in den Berichten seien aus wissenschaftlicher Sicht „unverständlich“, aber aus gesellschaftlicher Sicht „verantwortungslos“. Angesichts der Ergebnisse ihrer Studie fordert die Energy Watch Group von Wissenschaft und Zivilbevölkerung, die politische und wirtschaftliche Abhängigkeit der Internationalen Energieagentur genauer zu beleuchten. So würden die WEO-Berichte von OECD-Regierungen geprüft und genehmigt, von denen einige in den letzten Jahren viel Geld in fossile Energien investiert hätten. Bild: Wind Energy von janie.hernandez55, CC BY - bearbeitet von Tarifo.de