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Stromversorgung: Aktuelle Greenpeace-Studie simuliert Kohleausstieg

Kategorie: Strom

Fast die Hälfte aller derzeit noch aktiven deutschen Braunkohlekraftwerke könnte laut einer aktuellen Studie im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace sofort vom Netz genommen werden. 70 Millionen Tonnen CO2 könnten so eingespart werden und der Bundesregierung dabei helfen, ihre bis 2020 gesetzten Klimaschutzziele zu erreichen.

Stromversorgung: Aktuelle Greenpeace-Studie simuliert Kohleausstieg Aktion gegen Kohle

Strategische Reserve gegen mögliche Versorgungsengpässe

Durch die Energiewende ist der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix zwar stark angestiegen, doch der Ausstoß klimaschädigender CO2-Emissionen konnte bislang kaum reduziert werden. Auch deshalb hatte Bundesenergieminister Sigmar Gabriel (SPD) zuletzt eine Strafsteuer für alte Kohlekraftwerke gefordert, die zu viel Kohlenstoffdioxid emittieren. Aufgrund von großem Widerstand auch aus den eigenen Reihen muss der SPD-Chef nun aber noch Nachbesserungen an seinem Vorschlag vornehmen. Kritiker sind der Meinung, ein Atomausstieg und gleichzeitiger Ausstieg aus der Kohle würde mit Versorgungsengpässen, höheren Verbraucherstrompreisen sowie zahlreichen Jobverlusten in der Kohleindustrie einhergehen. Eine aktuelle Studie von Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace hat nun einen möglichen teilweisen Kohleausstieg Deutschlands simuliert und kommt zu dem Ergebnis, dass die Hälfte aller aktiven deutschen Braunkohlekraftwerke vom Netz genommen werden könnte, ohne größere Auswirkungen auf Versorgungssicherheit und Strompreis mit sich zu bringen. Die Studie der Energieexperten liegt dem Nachrichtenmagazin Spiegel Online vor und simuliert das Abschalten von 36 alten und CO2-intensiven deutsche Braunkohlekraftwerken mit einer Leistung von insgesamt 15 Gigawatt. Obwohl in dieser Simulation fast die Hälfte der noch aktiven Braunkohlemeiler vom Netz ginge, sehen die Experten kaum negative Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit Deutschlands. So wären aktuell weit mehr Kraftwerke am Netz, als für eine stabile Stromversorgung benötigt, wie die Experten schreiben. Einige der vom Netz genommenen Kraftwerke könnten zudem als sogenannte strategische Reserve für Notfälle bereitgehalten werden. Falls Versorgungsengpässe auftreten sollten, könnten diese Reservekraftwerke einspringen. Die Experten von Energy Brainpool betonen aber, dass ein solcher Einsatz äußerst selten vorkommen würde: Selbst im Jahr 2023, wenn alle derzeit noch aktiven Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet sein sollen, müssten die Reservekraftwerke nur an insgesamt sechs Stunden im Jahr einspringen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Klimaschutzziele der Bundesregierung könnten erreicht werden

Für Verbraucher würde eine solche strategische Reserve einen Anstieg der Strompreise von gut 0,6 Cent pro Kilowattstunde bedeuten, wie die Experten in ihrer Studie berechnen. Auf einen Vier-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden kämen so Mehrkosten von rund 24 Euro im Jahr zu. Im Gegenzug könnten durch das Abschalten der Kohlemeiler gut 70 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Das Ziel der Bundesregierung, im Energiesektor mindestens 62 Millionen Tonnen CO2 einzusparen, um die Klimaschutzziele bis zum Jahr 2020 einhalten zu können, wäre durch den simulierten teilweisen Kohleausstieg mehr als erreicht. Bild: Aktion gegen Kohle von Bündnis 90/Die Grünen…, CC BY-SA 2.0 – bearbeitet von Tarifo.de