Schnell & einfach
Finde den günstigsten Tarif
Bis zu 900 € sparen

HT/NT vor Comeback? RWE will Nachtspreicher-Heizung für Energiewende nutzen

Kategorie: Strom

Eigentlich steht die Nachtspeicher-Heizung schon vor dem aus. Da die Speicherung von Nachtstrom, der am nächsten Tag verbraucht wird, sehr ineffizient ist, will die Regierung die Technik ab 2019 verbieten. Immer mehr Verbraucher haben schon umgerüstet, HT/NT-Tarife bietet kaum noch ein Stromversorger an. Der Energiekonzern RWE denkt nun allerdings über ein Comeback der Technik nach, da Nachtspeicher-Öfen der Energiewende helfen könnten.

HT/NT vor Comeback? RWE will Nachtspreicher-Heizung für Energiewende nutzen Radiators

Vattenfall erhöht HT/NT-Tarif um 21 Prozent

In den vergangenen Jahren sind die Strompreise für die Verbraucher stark angestiegen. Gleichzeitig haben sich die Börsenpreise für Strom kaum geändert, teilweise sind diese sogar gesunken. Noch vor wenigen Jahren zahlen die Stromversorger in der Nacht für den Strom-Einkauf an der Börse viel weniger, als am Tag. Deshalb konnten sie ihren Kunden auch Tarife mit Hauptzeit (HT) und Nebenzeit (NT) anbieten, die Heizen mit Strom bezahlbar machten. Durch den steigenden Anteil von Steuern und Abgaben auf den Strompreis sowie die steigende Ökostrom-Produktion, die zu sinkenden Börsenpreisen führt, werden HT/NT-Tarife für die Stromanbieter jedoch immer unrentabler. Stromverbraucher, die nur einen Stromzähler haben, haben in der Regel die Auswahl zwischen mehr als 100 Versorgen, die oft mehrere Stromtarife anbieten. HT/NT-Tarife werden hingegen meist nur von den regionalen Grundversorgern angeboten. Kunden mit Nachspreicher-Heizung sind deshalb oft auf einen einzigen Versorger angewiesen. Da es kaum Wettbewerb gibt können HT/NT-Tarife vergleichsweise viel kosten. In Hamburg erhöht Vattenfall beispielsweise seinen HT/NT-Tarif um 21 Prozent, während normale Stromkunden "nur" 13 Prozent mehr bezahlen müssen.

Nachtspeicher-Heizung soll als Ökostrom-Speicher genutzt werden

Obwohl Strom für Nachtspeicher-Heizungen immer teurer wird, nutzen nach wie vor 1,4 Millionen Haushalte in Deutschland diese Technik. Der Stromversorger RWE hat nun errechnet, dass durch die weitere Nutzung dieser Anlagen über 2019 hinaus Investitionen in Milliardenhöhe gespart werden könnten. Dies berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Die Idee: Die Nachtspeicher-Öfen sollen zu Ökostrom-Speichern umfunktioniert werden. Die Speicherung von Erneuerbarer Energie ist eine der größten Herausforderungen der Energiewende. 2011 konnten mehr als 400 Gigawatt Ökostrom nicht ins Stromnetz eingespeist werden, da dieser nicht aufgenommen und nicht gespeichert werden konnte. Die 1,4 Millionen Elektro-Heizungen, die es in Deutschland gibt, entsprechen laut RWE der Leitung von Pumpspeicher-Kraftwerken mit einer Leistung von 10 Gigawatt - der Bau solcher Kraftwerke würde Milliarden kosten. RWE prüft deshalb, ob die alten Nachtspeicher-Geräte mit neuer Technik ausgerüstet werden können. Strom soll dann gespeichert werden, wenn er an der Börse besonders günstig ist, und nicht wie bisher zu bestimmten Tageszeiten. Ob sich das Konzept wirtschaftlich rechnet ist jedoch noch nicht geklärt. Auch ob die weitere Nutzung von Nachtspeicher-Heizungen der Energiewende Hilft, oder eher schadet, ist umstritten. Felix Matthes vom Öko-Institut spricht sich in der FTD für das geplante Verbot der Elektro-Heizungen aus, da diese als Batterien für die Speicherung von Erneuerbaren Energien nicht geeignet seien. Bild: Radiators von fdecomite, CC BY - bearbeitet von Tarifo.de