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Gute Kassen, böse Kassen

Kategorie: Finanzen

Erst hü, dann hott. Mit der letzten Gesundheitsreform unter Ulla Schmidt wurde den Krankenkassen mit dem Gesundheitsfonds auch ein einheitlicher Beitragssatz aufgezwungen. Zugleich gab's als kleinen Ausgleich das Recht, einen Zusatzbeitrag zu erheben, wenn das Geld aus dem Gesundheitsfonds nicht reicht. Nun machen die ersten größeren Kassen davon Gebrauch, und schon schreien Politiker auf: "In anderen Fällen wäre das ein Fall fürs Kartellamt", wird etwa Kanzlerin Angela Merkel zitiert. Experten sehen das anders. "Das ist in der Logik des Systems begründet und war von Anfang an so gewollt. Auf lange Sicht werden alle Kassen Zusatzbeiträge erheben", kontert Bernd Raffelhüschen, Finanzwissenschaftler und Gesundheitsökonom an der Uni Freiburg. Doch bis es so weit ist, können Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen den Zusatzbeitrag umgehen, indem sie von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und die Kasse wechseln. Bisher haben rund 60 Kassen angekündigt, 2010 auf Zusatzbeiträge zu verzichten Nur zehn Kassen wollen welche eintreiben. Eine (kleine) Kasse tut das sogar schon. Ob den Ankündigungen Taten folgen, ist ungewiss. Dem Bundesversicherungsamt liegen derzeit erst fünf entsprechende Anträge vor. Auch das Bundeskartellamt prüft Beschwerden von Versicherten. Dabei könnte Gegenwind noch aus einer ganz anderen Richtung kommen: von den Kassenmitgliedern selbst. Laut einer Umfrage des Ratingunternehmen! Assekurata wollen schon bei einen Zusatzobolus von acht Euro 29,9 Prozent der Mitglieder die Kasse wechseln. Würde die maximal mögliche Zusatzprämie in Höhe von eine Prozent des beitragspflichtigen Einkommens erhoben, drohen 59,7 Prozent der Mitglieder mit Abwanderung. Noch ließe sich damit ja so sparen.